Electronic Arts streicht 2026 erneut Jobs. Nach Medienberichten und öffentlichen Aussagen Betroffener ist es bereits mindestens die dritte Entlassungsrunde des Unternehmens in diesem Jahr. Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesmal gehen müssen, geht aus den bisherigen Berichten allerdings nicht hervor.
Die Kürzungen kommen Berichten zufolge kurz vor der geplanten Übernahme für 55 Milliarden Dollar durch ein Konsortium um den saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), Silver Lake und Affinity Partners. Abgeschlossen ist der Deal nach aktuellem Stand noch nicht.
Neue Entlassungen in mehreren Bereichen
Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass die Einschnitte unter anderem das Recruiting, den Kundensupport beziehungsweise Fan Care, Trust and Safety sowie die IT treffen. Öffentliche Posts ehemaliger Beschäftigter sprechen dafür, dass sowohl Remote-Mitarbeiter in den USA und anderen Ländern als auch Teams im indischen Hyderabad betroffen sind. Unter den Entlassenen sollen sich den Berichten und Schilderungen nach auch langjährige Mitarbeiter befinden.
In einer internen E-Mail an Beschäftigte im Kundensupport begründet Electronic Arts den Schritt laut mehreren Medien damit, die eigenen Abläufe stärker an die veränderten Bedürfnisse der Fans anpassen zu wollen. Rollen sollen demnach neu zugeschnitten, zusätzliche Aufgaben geschaffen und einzelne Tätigkeiten an andere Teams oder an externe Dienstleister verlagert werden.
Übernahme wartet auf letzte Freigabe
Der Zeitpunkt ist besonders heikel. Electronic Arts steckt Berichten zufolge in der Schlussphase eines historischen Buyouts. Die Übernahme wurde bereits im September 2025 angekündigt; offen ist nach diesen Berichten nur noch die abschließende kartellrechtliche Freigabe in Europa.
Als Frist für die Entscheidung gilt nach bisherigen Angaben der 23. Juli.
Kommt der Deal zustande, würde der saudische Staatsfonds nach aktuellem Stand rund 93,4 Prozent an Electronic Arts kontrollieren. Damit könnte die Transaktion Medienberichten zufolge zum größten fremdfinanzierten Unternehmenskauf aller Zeiten werden. Zugleich würde der Publisher mehr als 20 Milliarden Dollar zusätzliche Schulden in die Bilanz bekommen.
Kritik von Gewerkschaften, Politik und Menschenrechtsgruppen
Gewerkschaften aus der Games-Branche, die Communications Workers of America und Menschenrechtsorganisationen protestieren Berichten zufolge seit Monaten gegen den Deal. In den USA haben nach diesen Berichten außerdem 46 demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus eine besonders gründliche Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden verlangt. Die Kritik richtet sich vor allem auf mögliche Folgen für die Beschäftigten, eine stärkere Marktkonzentration und die hohe Schuldenlast.
Dass Electronic Arts ausgerechnet jetzt Stellen abbaut, dürfte die Debatte weiter anheizen.
Wirtschaftlich bleibt der Konzern trotzdem ein Schwergewicht: Im Geschäftsjahr 2026 meldete Electronic Arts einen Nettoumsatz von 7,53 Milliarden Dollar, auch wenn der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Dazu kommt der kommerzielle Erfolg einzelner Marken, zum Beispiel Battlefield 6, das Berichten zufolge 2025 das meistverkaufte Premium-Spiel in den USA war.
Eine offizielle Zahl zu den jüngsten Entlassungen hat Electronic Arts bisher nicht genannt.
Für viele Beschäftigte ist die Richtung trotzdem klar: Selbst bei großen und wirtschaftlich erfolgreichen Publishern ist ein sicherer Arbeitsplatz derzeit alles andere als selbstverständlich.