miHoYo, das Studio hinter Genshin Impact, hat in China bereits den Early Access von BSide: Olivia Lin gestartet. Dahinter steckt eine Desktop-KI, die Sie im Alltag begleiten soll.
Bei miHoYo, den Machern von Genshin Impact, gibt es neben dem Spielegeschäft einen wichtigen Unternehmensbereich, der an KI-Anwendungen und den passenden Tools dafür arbeitet.
Dieser Bereich steht naturgemäß viel weniger im Rampenlicht als die Videospielsparte des Studios, die miHoYo überhaupt erst zu seiner enormen Bekanntheit verholfen hat. Intern hat er trotzdem beträchtliches Gewicht.
Vor allem, weil KI für miHoYo-CEO Cai Haoyu schon seit Langem ein zentrales Thema ist.
Genau das zeigt auch die neueste Anwendung, die miHoYo ohne viel Aufhebens veröffentlicht hat: eine KI, die Sie im Alltag direkt auf dem Desktop begleitet.
Ein ungewöhnlicher KI-Einsatz
BSide: Olivia Lin ist ein Programm, über das Sie mit Olivia Lin kommunizieren können, einer Studentin an einer Universität in Shanghai, die Klavier und Psychologie studiert.
Olivia Lin schwärmt für Schallplatten und klassische Filme, liebt verregnete Tage, hält ihre Letterboxd-Liste aktuell, sortiert ihre Vinylsammlung und arbeitet in ihrer freien Zeit an einem persönlichen Projekt über „Musik und Erinnerungen“.
Natürlich gibt es Olivia Lin in Wirklichkeit gar nicht. Olivia Lin ist eine KI, mit der Sie interagieren.
Im Kern ist sie ein realistisch gestaltetes, attraktives LoFi-Girl, das aufmerksam auf Ihre Wünsche reagiert, Ihnen interessiert zuhört, egal was Sie ihr erzählen, und Ihren Alltag mit Musik untermalt.
Dass Sie in BSide: Olivia Lin eigene Musik hochladen können, die Olivia Lin dann abspielt, und ihr außerdem Briefe schreiben dürfen, auf die sie mit eigenen Antworten reagiert, zeigt ziemlich klar, worauf das Ganze hinauswill. Angesteuert wird eine parasoziale Dynamik, die den Eindruck erzeugen soll, man habe es mit einer echten Person zu tun.
Auch wenn Olivia Lin am Ende nichts anderes ist als ein Bündel von Routinen, das fortlaufend auf das reagiert, was Sie ihr mitteilen.
Obwohl BSide: Olivia Lin in China schon im Early Access verfügbar ist, gibt es bislang keine Pläne für eine Veröffentlichung im Rest der Welt.
Bisher ist nur bekannt, dass BSide: Olivia Lin zum Release komplett kostenlos sein soll. Wenn man sich die bisherige Geschichte von miHoYo ansieht, liegt der Verdacht allerdings nahe, dass die Nutzung am Ende doch in irgendeiner Form über Mikrotransaktionen monetarisiert wird.
Genau das lässt das Konzept hinter Olivia Lin wegen seines parasozialen Charakters noch problematischer wirken.
Aber bei KI scheint ja ständig schon das nächste Problemfeld um die Ecke zu kommen.