IMAX hat fürs zweite Quartal starke Zahlen gemeldet. Was in diesen Ergebnissen noch fehlt, ist allerdings ausgerechnet der Titel, der zuletzt besonders viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat: Christopher Nolans „The Odyssey“ startete erst nach Quartalsende und ist in den aktuellen Zahlen daher noch nicht enthalten. Der Film könnte dem Geschäft also zusätzlich Rückenwind geben.
Starke Zahlen im zweiten Quartal
Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 102,8 Millionen US-Dollar. Beim Nettogewinn ging es noch deutlicher nach oben: IMAX kam hier nach eigenen Angaben auf 15,9 Millionen US-Dollar, ein Plus von 30 Prozent. Beim bereinigten Gewinn je Aktie meldete das Unternehmen 0,43 US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Anstieg von 65 Prozent.
Getragen wurden die Zahlen im zweiten Quartal vor allem von einem gut laufenden Filmangebot. Filme wie „The Super Mario Galaxy Movie“ und „Michael“ brachten dem Unternehmen nach eigenen Angaben starke Besucherzahlen. Das schlug sich dann auch bei den Ticketumsätzen und den Beteiligungen der Kinos zugunsten von IMAX nieder.
„The Odyssey“ noch nicht enthalten
Für die Stimmung am Markt zählt allerdings vor allem, was nach dem Quartalsende passiert ist. „The Odyssey“ wurde für IMAX sofort zu einem Großereignis. CEO Rich Gelfond sprach von einem „transformational event“, also von einem Ereignis, das das Geschäft auf einer grundsätzlichen Ebene verändern könne.
Genau dieser Start taucht in den jetzt vorgelegten Quartalszahlen noch nicht auf. Zum Auftakt spielte „The Odyssey“ laut IMAX weltweit 52 Millionen US-Dollar ein, und zwar allein auf IMAX-Leinwänden. Nach Angaben des Unternehmens entsprach das 20 Prozent des gesamten weltweiten Einspielergebnisses. IMAX sagt, einen so hohen Marktanteil bei einem weltweiten Debüt dieser Größenordnung habe man bislang noch nie erreicht.
Premium-Format bleibt ein Publikumsmagnet
Besonders gefragt waren laut IMAX die hochwertigsten Varianten des Formats. Die 41 IMAX-70mm-Kinos, in denen „The Odyssey“ lief, kamen am Startwochenende zusammen auf 6,3 Millionen US-Dollar Umsatz. Das sind im Schnitt rund 153.000 US-Dollar pro Leinwand. Selbst für einen Premium-Kinostart ist das ein auffallend hoher Wert.
Dazu kommt noch ein weiteres Signal. Viele Premium-Vorstellungen waren schon Wochen vorher ausverkauft. Daran lässt sich ablesen, dass Zuschauer weiterhin bereit sind, für ein besonderes Kinoerlebnis tiefer in die Tasche zu greifen, während Standardvorstellungen in vielen Märkten deutlich stärker unter Druck geraten.
Strategisch wichtiger Film
Für Rich Gelfond steckt dahinter mehr als nur ein starkes erstes Wochenende. Aus Sicht von IMAX könnte der Erfolg die Marke IMAX weiter aufladen, neue Vertragsabschlüsse mit Kinobetreibern anstoßen und dafür sorgen, dass Besucher gezielt in Premiumsäle zurückkehren.
Dann ist da noch die technische Seite. „The Odyssey“ ist nach Angaben von IMAX der erste Spielfilm, der komplett mit IMAX-Kameras gedreht wurde. Gemeinsam mit den Filmemachern entwickelte das Unternehmen dafür nach eigener Aussage leisere Kameras und außerdem einen schalldämpfenden „Blimp“. Damit wurde ein altes technisches Problem gelöst, weil sich nun auch intime Dialogszenen im IMAX-Format praktikabel drehen lassen.
IMAX sieht sich damit auf dem Weg zu einem Rekordjahr 2026 und peilt weltweit ein Boxoffice von rund 1,4 Milliarden US-Dollar an. Noch offen bleibt, wie viel zusätzlich aus wichtigen IMAX-Märkten wie China, Japan und Südkorea kommen kann. Dort war „The Odyssey“ zum Zeitpunkt der Zahlenvorlage noch gar nicht gestartet.