OpenAI und Getty Images schließen mehrjährige Vereinbarung für ChatGPT
OpenAI und Getty Images haben am 22. Juni 2026 eine mehrjährige Vereinbarung rund um ChatGPT angekündigt, so die Mitteilung beider Unternehmen. Für Nutzer dürfte sich vor allem eines schnell zeigen: In ChatGPT-Antworten sollen mehr Bilder direkt auftauchen. Bei passenden Anfragen zu Personen, Orten, Ereignissen oder Themen kann ChatGPT künftig lizenzierte Bilder aus dem Getty-Bestand samt Quellenangabe einblenden. Nach Angaben von OpenAI und Getty Images werden diese Inhalte nicht für das Training von OpenAIs Modellen genutzt, sondern nur für Anzeige und Lizenzierung.
Mehr Bilder für Suche und Entdeckung
Die Vereinbarung zielt laut OpenAI und Getty Images klar auf Such- und Entdeckungsfunktionen in ChatGPT. Wer nach Personen, Orten, Ereignissen oder Themen sucht, soll passende Motive aus der Getty-Bibliothek zu sehen bekommen. Für Getty Images ist das die Chance, die eigenen Inhalte in einem digitalen Vertriebskanal zu platzieren, der gerade sehr schnell wächst, ohne die Kontrolle über deren Nutzung komplett abzugeben.
Anzeige statt Modelltraining
Der zentrale Punkt ist die vertragliche Trennung zwischen Anzeige und Modelltraining. Gerade das dürfte für Getty Images besonders schwer gewogen haben. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit immer wieder klargemacht, dass urheberrechtlich geschützte Inhalte nicht ohne Lizenz in technische Systeme eingespeist werden sollten. Mit dem neuen Abkommen bringt Getty Images nun Reichweite und Rechteverwaltung unter einen Hut.
Finanzielle Details bleiben offen
Wie viel Geld der Vertrag Getty Images am Ende tatsächlich einbringt, ist bisher nicht bekannt. OpenAI und Getty Images nannten keine finanziellen Eckdaten.
Damit bleibt offen, wie hoch der direkte Umsatzbeitrag ausfällt und ob daraus auf Dauer ein relevantes neues Geschäftsfeld entsteht. An der Börse kam die Nachricht trotzdem sehr gut an: Die Aktie von Getty Images legte nach Börsendaten am 22. Juni 2026 im vorbörslichen Handel zwischenzeitlich um bis zu 200 Prozent zu. Der Kurssprung zeigt, wie stark Anleger auf neue Erlösquellen rund um Chatbots, Suche und lizenzierte Inhalte setzen.
Vom Konflikt zur Lizenzstrategie
Der Deal steht auch für einen auffälligen Strategiewechsel. Getty Images war in den vergangenen Jahren, wenn man auf frühere öffentliche Aussagen des Unternehmens schaut, eher für eine harte Linie gegenüber Anbietern solcher Systeme bekannt, unter anderem durch eine Klage aus dem Jahr 2023 gegen einen Anbieter von Bildgeneratoren.
Die neue Partnerschaft legt nun nahe, dass Lizenzabkommen für Getty Images interessanter werden als reine Konfrontation. Das passt zu einem breiteren Trend in der Branche: Plattformen sichern sich gezielt hochwertige, urheberrechtlich geschützte Quellen, statt sich weiter auf das rechtlich umstrittene massenhafte Einsammeln von Inhalten aus dem Netz zu verlassen. Das drückt die Risiken und kann die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse erhöhen, gerade bei Nachrichtenbildern, Promi-Fotos oder dokumentarischen Motiven.
Offene Fragen für Fotografen
Offen bleibt allerdings, was das Abkommen für die Urheber bedeutet.
Aus den bisher veröffentlichten Angaben geht nicht hervor, wie Getty Images Fotografen und andere Rechtegeber an möglichen Erlösen beteiligt, ob es Widerspruchs- oder Ausstiegsmöglichkeiten geben soll und wie genau die Einbindung in ChatGPT am Ende aussieht. Sichtbar werden dürfte die Veränderung für Nutzer trotzdem recht schnell: Wenn ChatGPT künftig öfter auf sauber lizenzierte Bildquellen mit klarer Kennzeichnung zurückgreift, könnte das die Bildsuche im Dienst spürbar aufwerten. Für Getty Images ist das auch ein Testfall, ob sich die eigene Bibliothek in der nächsten Plattformgeneration erfolgreich zu Geld machen lässt.
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