Kurz vor dem geplanten Release von Grand Theft Auto VI macht die Rockstar Game Workers Union (RGWU), eine Beschäftigtenorganisation innerhalb der Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB), den Druck auf Rockstar Games nach eigenen Angaben größer. Ihre Forderung ist klar: Das Unternehmen soll die Gewerkschaft freiwillig anerkennen.
Wenn Rockstar Games dem nicht zustimmt, will die RGWU laut eigener Darstellung prüfen, ob sie den gesetzlichen Weg zur Anerkennung geht. Für Sie als Spieler hat das erst einmal keine unmittelbaren Folgen. Für das Studio kommt die Initiative aber zu einem heiklen Zeitpunkt. Vor einem großen Release ist die Verhandlungsmacht von Entwicklerteams traditionell besonders hoch.
Erstes Treffen mit dem Management
Im Juli 2026 kam es nach Angaben der Rockstar Game Workers Union (RGWU) zum ersten formellen Treffen mit dem Management von Rockstar Games. Die Gewerkschaft wertete das Gespräch als Schritt in die richtige Richtung und erklärte, sie habe dort deutlich machen können, warum die Rechte der Beschäftigten stärker berücksichtigt werden müssten. Gleichzeitig spricht die Organisation von einem klaren Fahrplan für schnelle Verhandlungen.
Crunch, Überstunden und Transparenz
Im Kern dreht sich der Streit um klassische Konfliktthemen der Games-Branche. Die RGWU fordert ein Ende von Crunch und will erreichen, dass Überstunden auch tatsächlich bezahlt werden.
Außerdem verlangt die RGWU mehr Transparenz bei Gehältern und Boni, flexiblere Arbeitsmodelle einschließlich Homeoffice, Schutz davor, Beschäftigte durch automatisierte Systeme zu ersetzen, sowie ein eindeutiges Bekenntnis gegen Entlassungen.
Gerade beim Thema Crunch trifft die Gewerkschaft nach eigener Darstellung einen empfindlichen Punkt. Rockstar Games steht seit Jahren wegen Berichten über eine harte Überstundenkultur in der Kritik. Die RGWU fordert deshalb belastbarere Prozesse, die solche Belastungsspitzen verhindern sollen, statt sie weiter als angeblich unvermeidlichen Teil der Spieleentwicklung hinzunehmen. Zusätzliche Brisanz bekommt der Konflikt laut RGWU durch die Debatte um Arbeitszeitregelungen. Im Umfeld des Studios gab es Hinweise darauf, dass die Ausnahmeregelung von Teilen der britischen Arbeitszeitvorschriften in manchen Verträgen fest verankert sein soll.
Homeoffice, Entlassungen und Unterstützung
Ein weiterer Streitpunkt ist das Arbeiten von zu Hause. Viele Beschäftigte wollen nach Angaben der RGWU wieder ins Homeoffice zurückkehren können, nachdem Rockstar Games die Homeoffice-Regelung Anfang 2024 laut Gewerkschaft unter Verweis auf Sicherheitsbedenken beendet hatte.
Im Oktober 2025 entließ Rockstar Games nach Angaben von RGWU und IWGB mehr als 30 Beschäftigte in Großbritannien, Kanada und Indien. Beide Organisationen warfen dem Unternehmen daraufhin Union-Busting vor.
Rockstar Games hielt dagegen und erklärte, die Kündigungen stünden mit grobem Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Weitergabe vertraulicher Informationen in Verbindung. Die IWGB geht in der Sache vor einem Arbeitsgericht gegen das Unternehmen vor.
Rückhalt kommt inzwischen auch von außen. Nach Angaben von IWGB und RGWU gab es Proteste vor Rockstar-Büros in Edinburgh und London, eine Reaktion aus dem britischen Parlament und Unterstützung von 22 Gewerkschaftsführern, die zusammen mehr als 1,3 Millionen Beschäftigte vertreten. In der Branche wurden nach Angaben von IWGB und RGWU zwischen 2022 und Mitte 2025 rund 45.000 Stellen gestrichen, während die Zustimmung zu Gewerkschaften unter Entwicklern hoch ist. Auch bei Rockstar Games selbst soll intern nach Angaben der Gewerkschaften bereits über Streikmaßnahmen gesprochen worden sein.
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