Samsung hat in der Android-App Samsung Health ab sofort eine neue Einwilligungsabfrage eingebaut. Nach mehreren Berichten ist sie direkt an die Synchronisierung von Gesundheitsdaten mit dem Samsung-Konto gekoppelt.
Einwilligung mit Folgen
Nach diesen Berichten fordert Samsung Health Nutzer jetzt dazu auf, der Verwendung ihrer Gesundheitsdaten für das Training und die Weiterentwicklung von Datenmodellen zuzustimmen. Wer Gesundheitsdaten mit dem Samsung-Konto synchronisieren will, kann das offenbar nur noch, wenn er dieser Verarbeitung zustimmt.
Besonders heikel ist noch etwas anderes: Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass ein Nein nicht nur den Abgleich neuer Daten stoppen könnte. Offenbar besteht auch das Risiko, dass bereits synchronisierte Gesundheitsdaten gelöscht werden. Genau deshalb sprechen Kritiker hier nicht von einer freien Entscheidung, sondern von erzwungener Zustimmung.
Samsung begründet die neue Abfrage den Berichten zufolge mit besseren Gesundheitsdiensten und intelligenteren Funktionen. Zur Verarbeitung soll demnach auch das Training von Auswertungsmodellen gehören; in einzelnen Fällen könnten Daten außerdem von Mitarbeitenden geprüft werden. Die Synchronisierung mit dem Samsung-Konto bringt Nutzern unter anderem Backups, einen einfacheren Gerätewechsel und die Nutzung auf mehreren Samsung-Geräten.
Diese Daten sind betroffen
Besonders sensibel ist der Umfang der Datenkategorien, die in den Berichten genannt werden. Dazu zählen unter anderem Körpermaße, Ernährung, Schritte, Aktivität, Schlaf, Medikationsangaben und medizinische Unterlagen.
Dazu kommen Diagnosen, Testergebnisse, Behandlungsverläufe sowie Zyklusdaten samt physiologischer Indikatoren wie der Herzfrequenz. Gerade bei solchen Informationen erwarten viele Nutzer, dass sie Gesundheitsfunktionen verwenden können, ohne persönliche Aufzeichnungen automatisch auch für die weitergehende Verbesserung von Modellen freizugeben.
Datenschutz und DSGVO
An diesem Punkt setzt die Kritik an. Datenschützer weisen seit Jahren darauf hin, dass eine Einwilligung nur dann wirksam ist, wenn sie tatsächlich freiwillig erteilt wird.
Wer bei einer Ablehnung auf wichtige Funktionen verzichten muss oder im schlimmsten Fall sogar historische Daten verliert, trifft diese Entscheidung kaum noch frei. Auch unter DSGVO-Gesichtspunkten ist der Fall heikel, weil eine Zustimmung grundsätzlich nicht an unangemessene Nachteile geknüpft sein sollte. Schon Anfang 2025 hatten Nutzer in Europa berichtet, zu erweiterten Bedingungen für die Verarbeitung von Gesundheitsdaten gedrängt worden zu sein, ebenfalls mit dem Hinweis auf eine mögliche Datenlöschung.
Warum Samsung diesen Schritt jetzt geht
Der Zeitpunkt kommt nicht aus dem Nichts. Samsung baut seine Gesundheitsplattform seit Jahren aus und dürfte mit Blick auf neue Wearables wie die kommende Galaxy-Watch-Generation von Samsung noch stärker auf personalisierte und vorbeugende Funktionen setzen.
Dafür sind große Datenmengen enorm wertvoll. Für Verbraucher bleibt damit die Frage, ob der Komfort und die neuen Funktionen diesen Preis rechtfertigen, vor allem dann, wenn bei einem Nein nicht nur Features wegfallen, sondern auch bereits gespeicherte Informationen auf dem Spiel stehen.
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