Das KI-Video-Tool Seedance des chinesischen Konzerns ByteDance hat in Hollywood eine Debatte losgetreten. Es geht um Urheberrecht, um Kontrolle und um die Frage, wie weit KI-Videos gehen dürfen.
Viraler Clip und erste Reaktion der MPA
Ein Clip, der laut Branchenberichten schnell viral ging, zeigt Brad Pitt und Tom Cruise in einer Kampfszene, die täuschend echt wirkt. Erstellt wurde sie mit dem ByteDance-Tool Seedance. In vielen Teilen der Branche wurde das nicht einfach als technische Spielerei gesehen, sondern als Warnschuss. Mitten in diese Diskussion hinein hat die Motion Picture Association (MPA) nach Berichten aus der Branche erstmals eine Unterlassungsaufforderung an ein großes Unternehmen aus diesem Feld geschickt. Der Vorwurf gegen ByteDance lautet laut MPA auf „allgegenwärtige und weitverbreitete Verletzungen“ des geistigen Eigentums der Mitgliedsstudios.
Seedance im Fokus der Urheberrechtsdebatte
Dass die Motion Picture Association zu so einem Schritt greift, fällt auf. Hollywood warnt zwar schon seit Jahren vor neuen Bild- und Video-Generatoren. Der direkte juristische Vorstoß gilt laut Branchenberichten trotzdem als neue Eskalationsstufe. Im Kern stehen mehrere Fragen im Raum: Mit welchen Inhalten wurden solche Systeme trainiert? Wie leicht lassen sich bekannte Gesichter, Stile und ganze Franchises nachbauen? Und wer haftet am Ende dafür?
Seedance erlaubt Nutzerinnen und Nutzern laut Branchenberichten, mit einfachen Texteingaben sehr realistische Szenen zu erzeugen. Genau darin liegt für Studios der Reiz. Und genau darin liegt auch die Bedrohung.
Öffentlich Kritik, intern offenbar Tests
Richtig heikel wird es durch einen weiteren Bericht aus der Branche. Joel Kuwahara, Produzent im Umfeld von „Die Simpsons“, sagte laut Branchenberichten, einige Studios würden Seedance bereits nach dem Motto „don’t ask, don’t tell“ einsetzen. Nach außen gehen die Studios also auf Abstand. Hinter den Kulissen laufen laut diesen Berichten aber längst erste Tests.
Das fügt sich in eine größere Entwicklung ein. Lionsgate arbeitet laut Branchenberichten mit Runway zusammen, um Modelle auf dem eigenen Archiv zu trainieren. Netflix hat Berichten zufolge für „The Eternaut“ bereits maschinell erzeugte visuelle Effekte eingesetzt. Und auch Disney soll laut Branchenberichten Werkzeuge von Runway getestet haben. Die Auseinandersetzung dreht sich also nicht nur um Seedance. Verhandelt wird gerade ein viel tieferer Umbau kreativer Produktionsprozesse.
Kostendruck und Folgen der Hollywood-Streiks
Der wirtschaftliche Druck dahinter ist groß: Laut Branchenberichten soll der Markt für entsprechende Software in Medien und Unterhaltung bis 2028 auf 7,8 Milliarden wachsen, generative Systeme könnten bis 2030 sogar 10,2 Milliarden erreichen. Befürworter sehen in Seedance laut Branchenberichten einen der stärksten Video-Generatoren am Markt. Kritiker halten dagegen. Sie warnen vor der Entwertung menschlicher Arbeit, vor mehr Druck auf Arbeitsplätze und vor kreativen Entscheidungen, die am Ende automatisiert getroffen werden.
Diese Sorgen reichen zurück zu den Streiks von WGA und SAG-AFTRA im Jahr 2023. Spätere Vereinbarungen schreiben vor, dass digitale Abbilder von Darstellerinnen und Darstellern nur mit Zustimmung und gegen Vergütung genutzt werden dürfen. Außerdem dürfen maschinell erzeugte Drehbücher menschliche Autorinnen und Autoren nicht einfach ersetzen. Offen ist weiter, wie Märkte in Indien, Nigeria, China, Japan, Südkorea oder Europa mit solchen Werkzeugen umgehen werden. Im Moment steht nur eines fest: Hollywood will Seedance nach Angaben der MPA bremsen, probiert laut Branchenberichten aber gleichzeitig schon damit herum.
Downloads: Seedance von ByteDance zur KI-Videoerstellung