Apple behebt iOS-Sicherheitslücke, viele neue Nutzer bei Telegram, Android-Smartphone Nokia X

Besitzer eines iPhone sollten die neueste Version von iOS installieren, WhatsApp-Ausfall beschert dem Konkurrenten Telegram viele neue Nutzer und Nokia zeigt sein erstes Android-Smartphone – der Nachrichtenüberblick.

  • iOS-Update behebt kritische Sicherheitslücke: Mit dem Update auf iOS 7.0.6 hat Apple eine schwerwiegende Lücke in mobilen Betriebssystem geschlossen. Verschlüsselte SSL-Verbindungen sind durch den Code-Fehler angreifbar. Die Installation des Updates wird von Apple dringend empfohlen.
  • WhatsApp Totalausfall am Wochenende: Wegen eines Server-Ausfalls stand der Messenger-Dienst WhatsApp für mehrere Stunden am Samstagabend nicht zur Verfügung.
  • Ansturm auf Telegram: Millionen neue Nutzer registrierten sich am Wochenende für Telegram Messenger, so dass es auch hier für kurze Zeit zu technischen Problem kam.
  • Nokia X vorgestellt: Nokia hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona heute morgen das Nokia X vorgestellt. Das Android-Smartphone kommt mit einer Benutzeroberfläch daher, die doch sehr an Windows Phone erinnert.
  • Überarbeitete Version von Firefox OS: Mozilla hat auf dem Mobile World Congress eine neue Benutzeroberfläche des mobile Betriebssystems präsentiert. Außerdem hat der Hersteller in Partnerschaft mit dem Chiphersteller Spreadtrum einen Prototypen eines Firefox-Phones gezeigt, das zum Preis von 25 US-Dollar erhältlich sein soll.
  • iOS 8 Konzept-Video: Designer Bill Labus zeigt in einem Video, wie er sich Multitasking und ein neues, einheitliches Control-Center für iOS 8 vorstellt.
  • Android-Virenscanner spähen das Surfverhalten der Nutzer aus: Das c’t-Magazin analysierte sechs verbreitete Virenscanner für Android und berichtet in vier Fällen von ernsthaften Datenschutzproblemen.
  • Auch Threema berichtet von steigenden Nutzerzahlen: Das Schweizer Startup hinter dem mobilen Messenger Threema erfreut sich ebenfalls einer stark gestiegenen Nachfrage. Schätzungsweise 80 Prozent der neuen Nutzer stammen aus Deutschland.
  • WhatsApp kündigt Telefon-Funktion an: WhatsApp-Chef Jan Koum hat heute auf dem Mobile World Congress in Barcelona neue Pläne des Messenger-Giganten angekündigt. Schon bald will WhatsApp eine Telefon-Funktion anbieten.

Updates

Spiele

  • The Legend of Zelda in 3D: Bei diesem Remake des klassischen Zelda sind Gameplay und Grafik fast gleich wie beim Original. Allerdings kann das Spiel dank Oculus Rift als First-Person-Abenteuer in 3D gespielt werden.
  • Fear in the Gorge veröffentlicht: Action, Abenteuer und Horrorfilm in einem verspricht das Spiel Fear in the Gorge für Windows Phone 8.
  • Duke Nukem Rechtsstreit: Eine mögliche Klage von 3D Realms wegen Urheberrechtsverletzung bei Duke Nukem: Mass Destruction könnten einen weiteren Titel der Saga verhindern.
  • Kostenloses Puzzle-Spiel: Das Knobel-Spiel Help Me Fly ist gerade kostenlos im Play Store erhältlich. Die App, in der man ein kleines Spielzeug-Flugzeug mit Strom versorgen muss, kostet normalerweise 0,99 Euro.

Weltweiter WhatsApp-Ausfall am Wochenende, Ansturm auf Telegram

Nur wenige Tage nach Ankündigung der Übernahme von WhatsApp durch Facebook kam es in den Abendstunden am Samstag, den 22. Februar, gegen 19.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit zu einem Totalausfall des Messenger-Dienstes WhatsApp. Der Server-Zusammenbruch betraf alle 450 Millionen Nutzer weltweit und dauerte mehr als vier Stunden. Im gleichen Zug kämpften die Telegram-Betreiber mit einem immens gestiegenen Ansturm auf den alternativen Messenger.

WhatsApp hat über Twitter den Ausfall des Dienstes bekannt gegeben und als Ursache Server-Probleme genannt. Man entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten und hoffte, den Dienst bald wiederherstellen zu können. Allerdings waren die Betreiber dazu erst nach mehreren Stunden in der Lage, so dass WhatsApp gegen 23.50 Uhr nach einem Ausfall von über vier Stunden wieder funktionierte.

Telegram hingegen verzeichnete am Wochenende einen immensen Ansturm neuer Nutzer: Bis zu 100 Registrierungen pro Sekunde gingen bei der WhatsApp-Alternative ein. Allerdings kam es auch hier zu technischen Problemen: Durch schnelles Reagieren der Betreiber gingen zwar die Telegram-Server selbst nicht in die Knie. Aber vier Millionen neue Nutzer in 36 Stunden waren zuviel für die SMS-Gateways, so dass es beim Verschicken der Registrierungsnachrichten zu Verzögerungen kam.

Ausfälle bei WhatsApp sind eher selten, vor allem von dieser Länge. Der Facebook-Deal schien ohnehin schon viele Nutzer zum Wechsel zu einem anderen Anbieter zu bewegen. Mit Sicherheit sahen sich einige Nutzer durch die gestrigen Server-Probleme genötigt, eine Alternative wie Telegram auszuprobieren. Bei Telegram stellt man sich weiterhin auf steigende Nutzerzahlen ein.

Quelle: WhatsApp Status auf Twitter | Telegram auf Twitter

Via: TechCrunch

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WhatsApp für Android erhält neue Datenschutz-Einstellungen zum Verstecken des Online-Status

Die Android-Version des beliebten Messengers WhatsApp hat ein Update erhalten. Mit speziellen Datenschutz-Einstellungen können Nutzer jetzt festlegen, wer welche persönlichen Informationen sehen kann. Damit bekommen nach den iPhone-Nutzern auch Android-Besitzer die lang erwartete Funktion zum Verstecken des Online-Status’.

In den Einstellungen von WhatsApp finden Nutzer jetzt unter Account den Punkt Datenschutz. Hier kann man festlegen, wer welche persönlichen Informationen sehen kann. Für Online-Status, Profilbild oder Zeitpunkt, zu dem der Nutzer zuletzt online war, gibt es drei Optionen: Jeder, Meine Kontakte, Niemand.

Die neue Datenschutz-Option ist momentan nur in der Android-Version verfügbar, die Nutzer auf der WhatsApp-Website herunterladen können. Die Verteilung des Updates über den Google Play Store hat noch nicht begonnen.

Quelle: WhatsApp

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Deutsche Datenschützer raten WhatsApp-Nutzern zum Boykott oder Wechsel

Facebook kauft WhatsApp für 16 Milliarden Dollar

“Der Verkauf wird sehr gruselig” – WhatsApp-Betatester zur Facebook-Übernahme

WhatsApp mit neuen Privatsphäre-Einstellungen, Datenschützer raten zum WhatsApp-Boykott, YouTube bekommt neues Design

  • Deutsche Datenschützer raten zum Boykott von WhatsApp: Nach dem Facebook-Deal formiert sich vor allem in Deutschland Widerstand gegen die beliebte Messenger-App. Experten sehen den Datenschutz gefährdet und raten zum Wechsel oder Boykott von WhatsApp.
  • YouTube bekommt neues Aussehen und rückt Playlists in den Vordergrund: Googles Video-Plattform YouTube bekommt in der Web-Version ein neues Aussehen. Das mittig orientierte Design passt sich besser an alle Bildschirmgrößen an. Außerdem präsentiert YouTube Wiedergabelisten an prominenter Stelle. Hier geht es zur Softonic-News.
  • Microsoft Office Web-Apps werden zu Office Online: Microsoft bündelt seine kostenlosen Web-Apps Word Online, Excel Online, PowerPoint Online und OneNote Online jetzt unter Office.com, wo sich Nutzer einfach mit ihrem Microsoft-Konto anmelden können.
  • Microsofts Sprach-Assistent Cortana verbindet das Prinzip von Siri und Google Now: Viele Gerüchte ranken sich um Cortana. Anscheinend soll der persönliche Assistent die Persönlichkeit von Siri mit der Funktionalität von Google Now kombinieren.
  • Neue Bilder der Android-Benutzeroberfläche des Nokia X aufgetaucht: Die Vorstellung von Nokias Android-Smartphone Nokia X (Codename: Normandy) wird auf dem Mobile World Congress kommende Woche erwartet. Jetzt sind erneut Bilder vom Gerät aufgetaucht, auf denen auch die Benutzeroberfläche mit Kacheln im Stil Windows Phone zu sehen ist.

Updates

  • Update für Android-WhatsApp bringt Privatsphäre-Einstellungen: Der eben von Facebook gekaufte Messenger WhatsApp bekommt in der Android-Version neue Privatsphäre-Einstellungen. Unter anderem können Nutzer ihren Online-Status verstecken. Die neue Version ist momentan noch nicht im Google Play Store angekommen, sondern nur über die WhatsApp-Website erhältlich.
  • Adobe Flash-Player bekommt erneut ein Sicherheitsupdate: Bereits zum zweiten Mal in diesem Monat gibt Adobe ein Update heraus, um eine Sicherheitslücke im Flash-Player zu schließen. Details zum Update gibt Adobe hier.
  • Chrome 33 behebt Bugs im Browser, unerwünschte Plugins noch nicht blockiert: Google aktualsiert seinen Browser auf die Version 33 und bringt damit einige Features aus der Beta-Version. In Zukunft soll Chrome noch sicherer werden und keine Erweiterungen mehr unterstützen, die nicht aus dem Chrome Web Store stammen. In der aktuellen Version ist diese Blockade aber noch nicht integriert.

Spiele

  • Thief Launch Trailer und Vorbestellung: Ein neuer Thief-Trailer hilft Fans vielleicht, die Wartezeit auf das Spiel zu verkürzen. Der Titel kann in Deutschland jetzt schon über GameStop oder direkt bei Square Enix vorbestellt werden. Das Spiel erscheint Ende Februar.

Tschüss WhatsApp: 5 Gründe, den Messenger zu deinstallieren (oder vielleicht doch nicht?)

Facebook übernimmt den Messenger-Dienst WhatsApp. Grund genug, darüber nachzudenken, ob man WhatsApp weiter nutzen will oder nicht.

Das sind unsere fünf Gründe, warum man WhatsApp deinstallieren sollte. Oder vielleicht doch nicht?

WhatsApp – das neue Telefonbuch von Facebook

Es ist kein Geheimnis: Facebook sammelt Daten und erstellt daraus Profile über jeden einzelnen Nutzer. Wer WhatsApp jetzt weiterhin nutzt, unterstützt Facebook beim Datensammeln – ganz abgesehen davon, dass Facebook mit WhatsApp ein Telefonbuch mit fast 500 Millionen Nutzern in die Hände fällt.

WhatsApp war doch noch nie wirklich sicher

WhatsApp und Sicherheit – ein langes Thema. Man erinnere sich nur an den Sniffer-Skandal, bei dem ein Android-Programm alle WhatsApp-Nachrichten entschlüsselte, die über ein WLAN-Netz gesendet werden.

Besserung ist nicht in Sicht. Die Verwicklung von WhatsApp in die NSA-Affäre beweist, dass persönliche Daten beim Messenger schlecht aufgehoben sind.

Werbung in WhatsApp? Kommt bestimmt

Facebook übernahm bereits vor knapp zwei Jahren die Bilder-Plattform Instagram. Nun denken die Entwickler von Instagram darüber nach, Werbung in ihren Dienst zu integrieren.

Facebook erzielt den Großteil seiner Umsätze über Werbung. Die Investition von 19 Milliarden Dollar muss sich rentieren. Also liegt die Vermutung liegt nahe, dass man auch bei WhatsApp in Zukunft Werbung sehen wird – auch wenn das der WhatsApp-Gründer zur Zeit ablehnt.

Wer will denn ein WhatsApp mit blauen Buttons?

Abgesehen von möglicher Werbung könnte Facebook WhatsApp auch in die eigene Benutzeroberfläche integrieren. Das Ziel: jede Nachricht, jedes Video oder Bild könnte man liken und disliken – noch einmal frische Daten für Facebook.

Facebook in WhatsAppSieht so die Zukunft von WhatsApp aus? Dann lieber gleich deinstallieren.

Niemand nutzt WhatsApp in Zukunft

Auch wenn die Nutzerzahlen von WhatsApp immer weiter steigen – der Messenger-Dienst wird bald an Popularität verlieren.

In den USA wenden sich viele Erwachsene von Facebook ab. Bei WhatsApp geschieht ähnliches: Viele Nutzer wechseln zu Nachrichtendiensten wie Telegram. Dieser Messenger gilt als sicher.

Aber es gibt einen Grund, bei WhatsApp zu bleiben

Der einzige Grund, der im Moment für WhatsApp spricht, ist die große Zahl der Nutzer. Solange die eigenen Freunde zu den 450 Million WhatsApp-Nutzern zählen, wechselt man nicht einfach so zu einem anderen Messenger-Dienst.

Werden Sie bei WhatsApp weiter nutzen? Schreiben Sie uns einen Kommentar.

5 Alternativen zu WhatsApp:

WhatsApp-Übernahme durch Facebook: Was bedeutet das für mich?

Facebook kauft WhatsApp für rund 16 Milliarden Dollar. Was bedeutet die von beiden Seiten bestätigte Übernahme für Nutzer von Facebook und WhatsApp? Unser amerikanischer Kollege Christopher Park hat sich Gedanken gemacht wie die rosige oder schwarze Zukunft für WhatsApp nach der Übernahme aussehen könnte:

Im besten Fall: Eigenständige Apps und Erfahrungsaustausch

Im bestmöglichen Fall lässt Facebook WhatsApp als eigenständige App weiterlaufen. Die interne Konkurrenz Facebook Messenger hat einen anderen Ansatz: Dieser Service funktioniert aus Facebook heraus, während für WhatsApp eine Handynummer erforderlich ist.

WhatsApp CEO Jan Koum gab bekannt: “Das wird sich für Euch, unsere Nutzer ändern: nichts.”

whatsapp

Wie sehr man sich auf diese Versprechen verlassen kann, ist fraglich. Denn auch wenn sich jetzt nichts ändert, kann das in der Zukunft sehr wohl der Fall sein.

Facebook wäre allerdings gut beraten, WhatsApp mit dem aktuellen Service eigenständig bestehen zu lassen und die App gleichzeitig mit Hilfe der Entwickler-Teams von Facebook zu verbessern. Das wäre dasselbe Konzept wie bei Instagram, dem letzten großen Facebook-Einkauf.

Alternativ könnten die WhatsApp-Entwickler zur Verbesserung der Facebook-Messenger-App für Android und iOS beitragen. Obwohl der Messenger viele Funktionen wie etwa Anrufe bietet, nutzen iPhone-Besitzer wohl eher FaceTime oder Apple Messages. Facebook Messenger ist eine gute Lösung, um mit Freunden weltweit zu kommunizieren. Unter den zahlreichen  Messenger-Konkurrenten ist der Facebook Messenger für viele allerdings nicht erste Wahl.

Das passiert im besten Fall: WhatsApp bleibt wie Instagram eine eigenständige App innerhalb des Facebook-Imperiums. Gleichzeitig profitiert der Facebook Messenger von den Erfahrungen der WhatsApp-Entwickler. Blickt man auf die Entwicklung von Instagram nach der Übernahme durch Facebook zurück, ist dieses Szenario sehr wahrscheinlich.

Im schlechtesten Fall: Ein Facebook-WhatsApp-Zwitter

Der schlimmste anzunehmende Fall wäre die Auflösung von WhatsApp und die Integration des Entwickler-Teams in andere Facebook-Projekte wie Messenger. Vor der Aussage Koums, dass sich für WhatsApp-Nutzer nichts ändern wird, ist dieses Szenario aber wohl unwahrscheinlich.

Eine andere Möglichkeit wäre die schrittweise Zusammenführung von WhatsApp und Facebook Messenger zu einer einzigen Facebook/WhatsApp-Software. Diese Lösung würde Facebook erlauben, die beiden Nutzergruppen zusammenzuführen. Es würde Facebook nicht viel kosten, seinen Nutzern das Hinzufügen individueller WhatsApp-Informationen zu erlauben.

Falls sich Facebook schließlich zu einem Zusammenschluss der beiden Messenger-Apps entscheidet, könnte es zu Massenabmeldungen bei WhatsApp kommen. Der Facebook Messenger wäre davon nicht betroffen, da der Chat-Dienst innerhalb der Facebook-Apps verfügbar ist.

Das passiert im schlechtesten Fall: WhatsApp und Facebook Messenger werden vereint und die WhatsApp-Nutzer sehen die Zeit gekommen, sich von dem Dienst zu verabschieden und sich für eine Alternative zu entscheiden.

Werden meine Freunde WhatsApp nun verlassen?

Einzelberichten aus unserem Team und Twitter zufolge, melden sich bereits einige Nutzer von WhatsApp ab. Wie viele dem Dienst am Ende tatsächlich den Rücken kehren, wird wohl von der endgültigen Art der Übernahme abhängen. Dies ist momentan das größte Risiko für Facebook.

Fangen die Leute an, ein soziales Netzwerk oder eine App zu verlassen, können die Abmeldung schnell exponentiell in die Höhe schießen. So wie es momentan aussieht, ist WhatsApp allerdings viel zu beliebt, als dass der Einstieg von Facebook den Untergang bedeuten könnte.

Facebook Messenger and WhatsApp combined

Eine Kombination aus Facebook/WhatsApp wäre die schlechteste  Lösung.

Darum will Facebook WhatsApp wirklich haben

Ich persönlich nutze verschiedene Nachrichten-Apps, um mit meinen Freunden in den USA und vielen Menschen in Süd-Korea zu kommunizieren. Facebook versucht meiner Meinung nach mit der Übernahme, direkten Zugang zu den WhatsApp-Nutzern in Europa zu bekommen, wo die App extrem beliebt ist.

Ein großer Vorteil von WhatsApp ist, dass man einfach und günstig zwischen Handynutzern unterschiedlicher Länder kommunizieren kann. Meine Kollegen von Softonic in Barcelona kommen aus ganz Europa, sie sind praktisch alle bei WhatsApp.

In den USA hingegen nutzt niemand WhatsApp, um mit Freunden innerhalb des Landes zu kommunizieren. Auch ich persönlich nutze WhatsApp ausschließlich für Nachrichten an Freunde und Kollegen in Europa. Das ist es, was Facebook interessiert.

Die Daten europäischer WhatsApp-Nutzer bergen für Facebook ein großes Potential. Gleichzeitig beschert der Jahresbeitrag von 0,89 Euro für die Nutzung von WhastApp nach dem ersten Jahr Facebook ein nettes zusätzliches Einkommen.

Die Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist strategisch. Auf den ersten Blick scheinen der Kauf und die immense Summe vielleicht seltsam. Betrachtet man aber die Daten und die schiere Menge an Nutzern, auf die Facebook nun Zugriff hat, ist die Strategie zukunftsorientiert.

“Der Verkauf wird sehr gruselig” – WhatsApp-Betatester zur Facebook-Übernahme

Facebook hat gestern die Übernahme des beliebten Kurzmitteilungen-Dienst WhatsApp bekannt gegeben. Das soziale Netzwerk zahlt 16 Milliarden Dollar für eine App, die in Deutschland größer ist als Facebook selbst. Doch was bedeutet die Übernahme aus Nutzersicht? Wir haben uns sich mit dem WhatsApp-Beta-Tester Ilhan Pektas unterhalten.

“Wir wollen eine nachhaltige Firma aufbauen. Wir wollen groß werden, wir wollen nicht verkaufen. Unser Ziel bleibt es, auf jedem Smartphone der Welt zu sein” diese Aussagen von WhatsApp-Gründer Jan Koum sind keine zwei Wochen alt und bereits überholt.

Das ist eine “reine Marketing-Sache – das sollte klar sein”. Beta-Tester Ilhan Pektas klingt  wenige Stunden nach der Bekanntgabe der Übernahme wenig überrascht. Der WhatsApp-Verkauf, so glaubt es Pektas, sei lange geplant gewesen. Nur die “Zahl hat noch nicht gestimmt.” Bei 16 Milliarden Dollar fiel gestern der Hammer. Doch wir fragen uns: Was passiert mit unseren Daten?

WhatsApp bleibt ein unabhängiges Produkt

Laut Facebook bleibt WhatsApp, genauso wie Instagram, ein eigenständiges Produkt. Insbesondere die auf der Hand liegende Befürchtung, dass Facebook WhatsApp in den eigenen Facebook Messenger integriert und so alle privaten Nachrichten dem sozialen Netzwerk zufallen, hat Facebook abgestritten. Es bleibt trotzdem ein fader Beigeschmack.

“Es ist klar, dass große Unternehmen unsere Daten speichern”, rückt Pektas die Diskussion ins richtige Licht. Beim Thema WhatsApp sind das insbesondere die Millionen von Telefonnummern, die die App bei jeder Installation auf die eigenen Server überträgt. Was hat Facebook nun vor?

WhatsApp und Facebook verbinden sich.

Pektas glaubt, dass WhatsApp und Facebook im Laufe der Zeit zusammenfinden. Es werde zwar noch eine ganze Zeit dauern, bis das ganze ins Rollen gerate, doch am Ende entstehe “nicht nur eine Social Media App sondern ebenfalls eine App für Kommunikation.” Und das umfasse neben den Textnachrichten auch Telekommunikation.

Der Verkauf wird sehr gruselig werden.

Pektas sieht die aufregende Nachricht skeptisch. Facebook beherrscht mit der Übernahme nicht nur den Markt der sozialen Netzwerke sondern nun auch einen der wichtigsten Kommunikationswege. Seine Befürchtung: “Es können ganz einfach Nummern gesperrt werden bei WhatsApp, wenn man gern mal schlechtes über WhatsApp schreibt.”

Unternehmen haben theoretisch das Recht, Kunden einen Zugang zu ihrem Service zu untersagen – allerdings gibt es für solche Befürchtungen bei WhatsApp bislang keine Beweise.

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WhatsApp-Alternative Telegram: Was steckt dahinter?

Telegram ist eine Messenger-App, die sehr ähnlich wie WhatsApp funktioniert. Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook ist Telegram eine besonders interessante Alternative für WhatsApp-Nutzer, die ihre Chat-Nachrichten und Telefonnummern nicht im Hause Facebook sehen wollen.

Hinter Telegram stehen die Gründer von VKontakte, dem beliebtesten Sozialen Netzwerk Russlands. Auf den ersten Blick sind die Gemeinsamkeiten von Telegram mit WhatsApp erdrückend. Unter der Oberfläche gibt es aber einige entscheidenden Unterschiede:

Offene Plattform

WhatsApp basiert auf einer hermetisch abgeschlossenen Plattform. Telegram dagegen verfügt über eine API, die es Drittanwendungen erlaubt, mit dem Netzwerk zu kommunizieren. Das ermöglicht inoffizielle Clients wie Versionen für Windows, Mac, Linux, Web und auch Android.

Telegram for Desktop befindet sich zwar noch in der Alpha-Version, funktioniert aber bereits erstaunlich gut.

Um WhatsApp auf dem Desktop zu nutzen, bedarf es hingegen virtueller Maschinen oder auf dem Smartphone installierter Client-Anwendungen, wie WhatsRemote.

Anbieter wie LINE verfügen über offizielle Versionen für Windows, Windows 8 und Mac. Clients von Drittanbietern gibt es nicht.

Kostenlos und werbefrei

Im Abschnitt Häufig gestellte Fragen auf der Telegram-Webseite liest man:

“Telegram ist kein kommerzielles Projekt. Es ist nicht darauf angelegt Anzeigen zu verkaufen, Gewinne zu erzielen oder Investitionen von außen anzunehmen.” (Q: How are you going to make money out of this?)

WhatsApp hingegen verlangt von seinen Nutzern einen Jahresbeitrag von 0,89 Euro, wenn auch auf recht undurchsichtige Weise. Viele Nutzer erhalten immer wieder eine Verlängerung, ohne bezahlt zu haben.

Telegram scheint sich hier näher an LINE  zu orientieren und Micro-Payments für bestimmte Extras zu verlangen. Sind es bei LINE die Stickers, sollen es bei Telegram “nicht essenzielle Optionen” sein.

Telegram-Oberfläche: Eine Kopie von WhatsApp

Wer WhatsApp kennt, kennt auch Telegram. Die Oberfläche von Telegram gleicht der von WhatsApp praktisch wie ein Ei dem anderen. Einziger Unterschied ist die Farbgestaltung.

Links Telegram, rechts WhatsApp: Optische Zwillingsbrüder.

Diese immense Ähnlichkeit macht den Umstieg von WhatsApp auf Telegram extrem schmerzfrei. Die Oberfläche sieht nicht nur gleich aus, sie verhält sich auch komplett identisch.

In Telegram sind Art und Weise der Chat-Ansicht, Kontaktübersicht und Start einen neuen Unterhaltung genau gleich.

Sicherer als die Konkurrenz

Ganz unabhängig vom persönlichen Paranoia-Niveau bietet Telegram eine höhere Sicherheit für Chats. Für normale Nutzer verschlüsselt die App die Nachrichten zwischen Client und Server. Wer einen größeren Sicherheitsanspruch hat, setzt bei Bedarf auf die stärkere Client-zu-Client-Verschlüsselung.

Die Telegram-Webseite bietet ausführliche Informationen über die verwendete Verschlüsselung. (Grafik: Telegram)

Diese zusätzliche Sicherheitsstufe erreicht man in den privaten Chats. Damit kommt man in eine Art Inkognito-Modus, indem die Unterhaltungen besondere erweiterte Funktionen bekommen, darunter die bereits erwähnte Client-zu-Client-Verschlüsselung oder die Selbstzerstörung von Nachrichten, wie sie aus Snapchat bekannt ist.

Um einen privaten Chat zu starten, tippt man in der oberen Leiste auf das Bild der Person, mit der man sich unterhält. Am unteren Bildschirmrand tippt man nun auf Start Secret Chat um die Verbindung zu verschlüsseln.

Der bei den Kontaktinformationen angezeigte Verschlüsselungs-Code hat keinen wirklichen Nutzen. Hat man seinen Gesprächspartner in der Nähe, kann man die Schlüssel auf beiden Smartphones vergleichen. Stimmen sie überein, ist der Chat zu “200% sicher”, wie die App versichert.

Die Telegram-Entwickler sind so überzeugt von der Sicherheit ihrer App, dass sie der Person, die das Protokoll entschlüsselt, 200.000 Dollar bieten.

Wie sieht es mit der Privatsphäre aus?

Die Privatsphäre in Telegram ist vergleichbar mit WhatsApp. Jeder aus der Kontaktliste kann sehen, wann man zuletzt online war. In der Zukunft wird es eventuell die Möglichkeit geben, diese Information zu verstecken.

Eines der größten Rätsel für WhatsApp-Nutzer stellt sich in Telegram nicht: Hat mein Gesprächspartner meine Nachricht gelesen? Ein Häkchen in Telegram bedeutet, dass die Nachricht verschickt wurde. Erscheint das zweite Häkchen, hat der Empfänger die Nachricht gelesen. Die Ungewissheit aus WhatsApp, wo das zweite Häkchen nur die Zustellung der Nachricht anzeigt, hat man bei Telegram nicht.

Was fehlt Telegram?

Telegram ist eine neue und vielversprechende Messenger-App. Wer den Wechsel in Erwägung zieht, sollte sich der folgenden Nachteile bewusst sein:

  • Im Gegensatz zu WhatsApp bietet Telegram keine Sprachnachrichten.
  • Man kann mit Telegram keine Anrufe oder Video-Anrufe tätigen wie in LINE.
  • Telegram bietet keine Sticker oder besonderen Emoticons. Die Smileys sind die gleichen wie in WhatsApp.
  • Man kann in Telegram keine Kontakte unabhängig von den Telefonkontakten hinzufügen wie in LINE.
  • Die Benachrichtigungen für einen neue Nachricht in Android sind sehr allgemein, ohne die Möglichkeit im aufgehenden Fenster direkt zu antworten.

Dank der offenen Entwicklung sind für Telegram viele Änderungen und Verbesserungen zu erwarten. Die App ist auch trotz der genannten Nachteile eine interessante Alternative auf dem Messenger-Markt und wird in Zukunft sicher noch für Aufmerksamkeit sorgen.

Originalartikel auf Spanisch von Iván Ramírez

Downloads

Telegram für Android

Telegram für iOS

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http://telegram.softonic.de/android

Facebook kauft WhatsApp für 16 Milliarden Dollar

Das soziale Netzwerk Facebook übernimmt den mobilen Kurznachrichtendienst WhatsApp für etwa 16 Milliarden Dollar. Das geht aus einem Dokument der US-Börsenaufsichtsbehörde hervor. Sowohl Facebook als auch WhatsApp haben den Kauf mittlerweile bestätigt.

UPDATE: Softonic hat sich heute morgen mit dem WhatsApp-Experten Ilhan Pektas unterhalten, der die Übernahme als gruselig bezeichnete. Seine gesamte Einschätzung lesen Sie hier.

In einem Blog-Beitrag von Facebook heißt es, dass WhatsApp als führender Kurznachrichtendienst unabhängig weiterarbeiten und als Marke bestehen bleiben soll. Auch Details zum Geschäft gibt Facebook bekannt. So legt der Social-Media-Gigant 16 Milliarden Dollar auf den Tisch, davon 4 Milliarden Dollar in bar, 12 Milliarden Dollar in Facebook-Aktien. Laut Medienberichten soll der Kaufpreis sogar bei 19 Milliarden Dollar liegen.

Die WhatsApp-Gründer rund um Jan Koum äußern sich ebenfalls zu dem Milliarden-Deal und möglichen Konsequenzen für WhatsApp-User: “Das wird sich für Dich, unsere Nutzer ändern: nichts. WhatsApp will autonom bleiben und unabhängig arbeiten.”

Mit 450 Millionen Nutzern und 20 Milliarden Nachrichten täglich ist WhatsApp dem Facebook Messenger im mobilen Bereich weit überlegen.

Dass Facebook erfolgreiche Social-Network-Unternehmen übernimmt, ist nicht neu: Vor knapp zwei Jahren hatte Facebook bereits den Foto-Dienst Instagram für eine Milliarde Dollar geschluckt. Das Geschäft mit WhatsApp-Geschäft muss noch von den Wettbewerbshütern abgenickt werden.

Quelle: Facebook/WhatsApp

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WhatsApp ist größer als Facebook – in Deutschland

WhatsApp ist in Deutschland beliebter als Facebook. Die gewagt klingende These hat WhatsApp-CEO Jan Koum am Wochenende geschürt, nachdem er sich zu Nutzerzahlen in Deutschland äußerte.

Laut Koums-Tweet hat WhatsApp in Deutschland über 30 Millionen aktive Nutzer im Monat. Im dritten Quartal 2013 gab es in Deutschland 114 Millionen Mobilfunkanschlüsse bei rund 80 Millionen Einwohnern. WhatsApp erreicht damit mehr als jeden vierten Mobilfunkkunden in Deutschland. Eine beeindruckende klingende Zahl, die aber besonders durch einen weiteren Vergleich zeigt, wie groß das Start-Up mittlerweile ist.

WhatsApp ist größer als Facebook

Glaubt man den letzten Facebook-Nutzerzahlen, die allfacebook.de zusammengetragen hat, verzeichnete Facebook im Juni 2013 26 Millionen deutsche Nutzer. Dies umfasst mobile Surfer wie auch Nutzer auf PCs und Macs. Selbst wenn Facebook also im vergangenen halben Jahr in Deutschland Nutzer zugelegt hat, scheint das Kurzmitteilungen-Start-Up in Deutschland bereits wichtiger zu sein als das größte soziale Netzwerk der Welt.

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