CD Projekt Red hat neue Details zu The Witcher 4 veröffentlicht. Im Studio gilt das Rollenspiel nach eigener Darstellung als entscheidender Titel, um nach dem problematischen Start von Cyberpunk 2077 verloren gegangenes Vertrauen zurückzuholen.
Vertrauen nach Cyberpunk 2077
Co-CEO Michał Nowakowski sagte zuletzt laut CD Projekt Red, er sei selbst „nicht zu 100 Prozent überzeugt“, dass das Unternehmen seinen Kurs der Wiedergutmachung schon abgeschlossen habe.
Für CD Projekt Red ist The Witcher 4 damit weit mehr als bloß der nächste Teil der Reihe. Das Spiel soll verlorenes Vertrauen bei Spielern und Investoren zurückbringen.
Der Grund liegt im Launch von Cyberpunk 2077 im Jahr 2020. Damals sorgten massive technische Probleme für scharfe Kritik aus der Community.
Besonders betroffen waren die Versionen für PlayStation 4 und Xbox One. Zwischenzeitlich wurde das Spiel sogar aus dem PlayStation Store entfernt.
Für ein Studio, das sich mit The Witcher 3 zuvor einen fast makellosen Ruf aufgebaut hatte, war das ein harter Rückschlag.
Zwar wurde Cyberpunk 2077 in den Jahren danach mit Updates und der Erweiterung Phantom Liberty deutlich verbessert.
Nur erholt sich ein angeschlagenes Image in der Spielebranche meist erst dann wirklich, wenn der nächste große Release ohne Probleme über die Bühne geht.
Project Polaris mit 499 Entwicklern und Unreal Engine 5
Intern läuft The Witcher 4 unter dem Codenamen Project Polaris. Laut CD Projekt Red ging das Projekt Ende 2024 in die Vollproduktion. Stand Februar 2026 arbeiteten nach Unternehmensangaben 499 Entwickler daran.
Gleichzeitig ist das Spiel laut CD Projekt Red der Auftakt zu einer komplett neuen Witcher-Trilogie.
Auffällig ist auch der technische Wechsel. Anstelle der hauseigenen REDengine setzt CD Projekt Red diesmal nach eigenen Angaben auf die Unreal Engine 5.
Die neue technische Basis soll laut Unternehmen Entwicklungsrisiken senken, für mehr Stabilität sorgen und den Produktionsprozess besser planbar machen.
Kein Release vor 2027
Wer auf eine schnelle Rückkehr auf den Kontinent hofft, braucht weiter Geduld. Einen konkreten Veröffentlichungstermin gibt es bisher nicht.
Der Finanzchef von CD Projekt Red hatte nach Angaben des Unternehmens bereits angedeutet, dass The Witcher 4 nicht vor 2027 erscheinen wird.
Finanziell kann sich CD Projekt Red diese lange Vorlaufzeit leisten. Für 2025 meldete das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz von 867 Millionen PLN, ein Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der Nettogewinn stieg laut CD Projekt Red um 33,7 Prozent auf 594 Millionen PLN. Im ersten Quartal 2026 kamen nach Unternehmensangaben weitere 191 Millionen PLN Umsatz und 106 Millionen PLN Nettogewinn hinzu.
Starke Zahlen, skeptische Investoren
Trotz dieser Ergebnisse notiert die Aktie weiter nahe ihrem 52-Wochen-Tief.
Offenbar wollen Investoren erst sehen, dass CD Projekt Red einen großen Release diesmal ohne Fehlstart auf den Markt bringen kann.
Parallel dazu hält das Unternehmen seine Marken präsent. Für 2027 wurde laut CD Projekt Red mit Songs of the Past eine neue Erweiterung für The Witcher 3 angekündigt.
Außerdem sind nach Angaben von CD Projekt Red der Cyberpunk-Nachfolger Orion, die neue Marke Hadar sowie ein Witcher-Remake bei Fool’s Theory in Arbeit. Ob der Wiederaufbau des Vertrauens gelingt, dürfte am Ende vor allem vom Start von The Witcher 4 abhängen.
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