Valve hat nach eigenen Angaben heute eine neue Steam Machine mit SteamOS vorgestellt: ein kompakter Gaming-PC fürs Wohnzimmer. Der Einstieg beginnt laut Valve bei 1.049 US-Dollar. Die besser ausgestattete Version kostet 1.428 US-Dollar, kommt mit 2 TB Speicher und legt einen Steam Controller dazu. Bei der Leistung sortieren erste Einschätzungen und Benchmarks die Hardware grob irgendwo zwischen PlayStation 5 und Xbox Series X ein.
Preis und Leistung
Der Startpreis liegt laut Valve bei 1.049 US-Dollar. Für 1.428 US-Dollar gibt es laut Valve das größere Modell mit 2 TB Speicher und Steam Controller im Bundle.
Preislich landet die Steam Machine damit fast beim Doppelten einer PlayStation 5, obwohl die Spieleleistung in der Praxis meist eher näher an Sonys Standardkonsole bleibt. Nach den ersten Einschätzungen und Benchmarks bewegt sich die Hardware grob zwischen PlayStation 5 und Xbox Series X.
In vielen Spielsituationen spielt die Steam Machine ganz klar in der Konsolenklasse. Aktuelle AAA-Titel packt sie problemlos, der spürbare Leistungsvorsprung, den man bei diesem Preis eigentlich erwarten würde, bleibt aber aus.
Auch beim Prozessor ist das Bild nicht ganz eindeutig. Erste Benchmarks sprechen dafür, dass die Single-Core-Leistung teilweise über der der PlayStation 5 liegt. In Multi-Core-Benchmarks fällt das System dagegen zurück.
Im Alltag ist das für viele Spiele nicht der entscheidende Punkt, weil oft eher die GPU oder die Abstimmung des Gesamtsystems den Unterschied macht. Trotzdem wird ziemlich schnell klar: Valve bringt hier kein kompromissloses High-End-System auf den Markt.
4K nicht immer nativ
Wer auf durchgehend natives 4K-Gaming mit 60 Bildern pro Sekunde setzt, sollte die Erwartungen etwas senken. Nach ersten Einschätzungen ist stabiles 4K, ähnlich wie bei den aktuellen Konsolen, auch hier oft nur mit Upscaling-Verfahren wie AMD FSR realistisch.
Das ist noch kein K.-o.-Kriterium, denn Konsolen arbeiten schon lange mit dynamischer Auflösung und Upscaling. Nur wirkt der hohe Hardwarepreis dadurch etwas weniger überzeugend. Wenn ein Gerät spürbar mehr kostet als eine PS5, erwarten viele Käufer automatisch auch sichtbar größere Leistungsreserven.
Design, SteamOS und Ökosystem
Ihre stärkste Seite hat die Steam Machine an anderer Stelle: beim Gesamtpaket. Die kompakte, leise Hardware und SteamOS sorgen für ein PC-Erlebnis, das sich viel stärker an einer klassischen Konsole orientiert.
Nach dem Einschalten blättern Sie direkt durch Ihre Bibliothek und können ohne Umwege losspielen.
Hinzu kommt ein wachsendes Hardware-Ökosystem. Neben einem neuen Steam Controller baut Valve nach eigenen Angaben offenbar auch die Unterstützung rund um ein Steam-Frame-VR-Headset aus.
Das ausgebaute Verified-Programm liefert laut Valve außerdem klarere Hinweise dazu, welche Spiele problemlos laufen und mit welcher Leistung Sie rechnen können.
Zielgruppe
Die Zielgruppe dürfte deshalb überschaubar bleiben. Für klassische Konsolenspieler lässt sich der Preis nur schwer rechtfertigen, vor allem weil PlayStation 5 und Xbox Series X oft zu ähnlichen Ergebnissen kommen und dabei günstiger sind.
Und auch viele PC-Spieler dürften mit einem selbst zusammengestellten System mehr aus ihrem Budget holen.
Am spannendsten ist die Steam Machine damit wohl für eingefleischte Steam-Nutzer, die einen kompakten, fertig eingerichteten und wohnzimmertauglichen PC suchen. Für den Massenmarkt bleibt am Ende die entscheidende Frage, ob ein komfortableres PC-Erlebnis reicht, wenn die Leistung kaum über Konsolenniveau hinauskommt.