Zum 25. Geburtstag der Xbox-Marke hat Microsoft im Umfeld des Exklusivprojekts „OD“ wohl größere Pläne angedeutet, die bis nach Hollywood reichen. Darauf weist ein Bericht von Entertainment Weekly hin. Wenn der Bericht zutrifft, denkt Microsoft die Zukunft von Xbox nicht bloß über neue Spiele, sondern breiter, irgendwo zwischen Gaming, Film und Unterhaltung.
Kaum ein Projekt steht gerade so deutlich für diesen Kurs wie Hideo Kojimas „OD“.
Das Horrorprojekt gilt schon jetzt als eines der seltsamsten und auffälligsten Vorhaben im Xbox-Line-up. Entsprechend groß klingt auch der Anspruch von Kojima selbst: „OD“ solle „über die Grenze des Schreckens hinausgehen, die andere Spiele bislang erreicht haben“. Laut Entertainment Weekly ist sogar ein spezielles System geplant für Spieler, denen das Ganze zu heftig wird.
Prestigeprojekt mit Hollywood-Anbindung
Dass Microsoft „OD“ so stark nach vorn schiebt, kommt nicht wirklich überraschend. Das Spiel ist nicht nur ein Xbox-Exklusivtitel. Es dient auch als Schaufenster für den Versuch, Games enger mit Film-Talenten und Erzählweisen aus Hollywood zusammenzubringen. Genau in diese Richtung scheint das Unternehmen rund um das 25-jährige Jubiläum denken zu wollen.
Kojima Productions arbeitet bei „OD“ mit bekannten Namen aus der Filmbranche, allen voran Jordan Peele. Schon bei der ersten Vorstellung des Projekts war klar, dass hier kein klassischer Horror-Blockbuster im üblichen Sinn gebaut wird. „OD“ wirkt eher wie ein bewusst experimentelles Format, eines, das Xbox kulturelles Gewicht geben soll, ähnlich wie aufwendig produzierte Prestige-Serien oder prominent besetzte Streaming-Produktionen aus Film und Fernsehen.
Mehr als ein klassisches Videospiel
Hideo Kojima spricht schon seit Längerem von „OD“ als einer „neuen Form von Medium“. Gemeint ist damit offenbar ein Werk, das die Trennlinie zwischen Videospiel und Film ganz gezielt unscharf macht.
Das würde ziemlich direkt zu den mutmaßlichen Crossover-Plänen von Microsoft passen. Wenn Xbox mehr sein soll als nur eine Konsole oder ein Abo-Dienst, dann braucht die Marke Projekte, die auch außerhalb der üblichen Gaming-Bubble Aufmerksamkeit erzeugen.
Interessant ist dabei auch die Rolle von Jordan Peele. Zuletzt tauchten Berichte auf, nach denen „OD“ womöglich einen anthologischen Ansatz verfolgt. Demnach könnten mehrere kreative Stimmen verschiedene Facetten von Angst und Horror beisteuern, mit Hideo Kojima und Jordan Peele als zentralen Erzählern. Offiziell bestätigt ist dieses Modell bisher nicht.
Weiterhin voller Rätsel
Ganz ohne Rückschläge lief die Entwicklung allerdings nicht. „OD“ wurde 2024 durch den Streik der Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA ausgebremst. Hinzu kam der Tod des Darstellers Udo Kier. Berichten zufolge wurden die Dreharbeiten beziehungsweise die Performance-Capture-Aufnahmen im Juni 2026 wieder aufgenommen.
Vieles bleibt trotzdem offen. Einen Release-Termin gibt es nach wie vor nicht, ausführliche Gameplay-Szenen ebenso wenig.
In Berichten und Leaks ist unter anderem von der Unreal Engine 5 die Rede, von möglichen Cloud-Funktionen und von ungewöhnlichen Multimedia-Ideen, etwa Interaktionen über externe Websites oder Messaging-Apps. Ob daraus am Ende ein spielbarer Horrortrip wird, ein interaktiver Film oder etwas ganz Eigenes, ist weiter unklar. Gerade diese Ungewissheit zieht enorme Aufmerksamkeit auf sich. Auch wegen der Vergleiche mit „P.T.“ und dem nie realisierten „Silent Hills“.
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