Microsoft verlängert das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU) für Windows 10 ab sofort auch für Privatnutzer bis zum 12. Oktober 2027. Nach Darstellung des Unternehmens bleibt damit mehr Zeit für Schutz, obwohl der reguläre Support früher endet.
Windows 10 bekommt länger Schutz vor Sicherheitslücken
Für Privatnutzer heißt das: ein zusätzliches Jahr Sicherheitsupdates für Windows 10, obwohl das Betriebssystem längst auf das offizielle Support-Ende zusteuert. Relevant ist das vor allem aus Sicherheitsgründen. Im Mai 2026 lief Windows 10 nach Zahlen von Marktbeobachtern noch auf 26,21 Prozent aller Windows-Desktop-Systeme, Windows 11 lag bei 71,84 Prozent.
Es sind also Hunderte Millionen Geräte mit Windows 10 unterwegs.
Ohne neue Patches wären genau diese Systeme ein naheliegendes Ziel für Angreifer. Sicherheitsupdates schließen Schwachstellen, die sonst für Malware, Ransomware oder andere Formen von Cyberangriffen ausgenutzt werden könnten.
Bei einem so verbreiteten Betriebssystem steigt das Risiko zusätzlich, weil bekannte Lücken oft sehr schnell und in großem Umfang angegriffen werden. Wer Windows 10 weiter nutzt, sollte die Aktualisierung daher mitnehmen.
Drei Wege zum Consumer-ESU
Microsofts Consumer-ESU-Programm für Windows 10 gibt Privatnutzern laut Microsoft drei Wege an die Hand, um den erweiterten Schutz zu bekommen. Ab sofort gibt es die Sicherheitsupdates kostenlos, wenn man sich auf dem Windows-10-PC mit einem Microsoft-Konto anmeldet und die Einstellungen synchronisiert. Wer das nicht möchte, kann stattdessen einmalig 30 Dollar zahlen oder 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte einlösen.
Damit liegt die Hürde spürbar niedriger als bei klassischen Supportverlängerungen. Dazu kommt ein Punkt, der leicht untergeht: Das Consumer-ESU ist klar vom Modell für Geschäftskunden getrennt. Es handelt sich also um ein eigenes Angebot für Privatnutzer.
Für Unternehmen bleibt es laut Microsoft beim kostenpflichtigen ESU-Programm mit Staffelung. Die Preise steigen dort von Jahr zu Jahr.
Microsoft kommuniziert die Verlängerung nur zurückhaltend
Auffällig ist auch, wie Microsoft die Änderung veröffentlicht hat. Eine große Ankündigung gab es nicht. Stattdessen hat das Unternehmen die Verlängerung vor allem in seinen Support-Dokumenten ergänzt.
Viele Nutzer dürften die zusätzliche Frist deshalb eher nebenbei entdeckt haben.
Warum viele Nutzer noch nicht zu Windows 11 wechseln
Ein zentraler Grund sind die Hardware-Vorgaben von Windows 11. TPM 2.0 und weitere Anforderungen schließen etliche ältere Rechner aus, obwohl sie im Alltag oft noch völlig brauchbar sind.
Dazu kommen die Kosten für neue Geräte. Und bei manchen Nutzern spielt auch Unzufriedenheit mit Teilen der Oberfläche eine Rolle.
Die verlängerten Updates haben deshalb noch einen zweiten Effekt, der über reine IT-Sicherheit hinausgeht. Weniger funktionierende Rechner müssen vorschnell ersetzt werden. Das kann Elektroschrott verringern und hilft vor allem dort, wo ältere Hardware lange im Einsatz bleibt oder neue PCs schlicht zu teuer sind.
Wer also weiter auf Windows 10 angewiesen ist, bekommt mehr Zeit und ein Stück zusätzlichen Schutz.
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