Nvidia hat heute DeepStream 9.1 vorgestellt, eine Plattform für Videoanalyse. Nach Darstellung des Unternehmens rückt damit die Entwicklung von Videoanalyse-Pipelines deutlich näher an das heran, was man bislang eher aus der Arbeit mit Prompts kennt.
13 Agentenfunktionen für die Pipeline-Entwicklung
Mit DeepStream 9.1 kommen Nvidia zufolge 13 neue agentische Funktionen dazu. Entwickler sollen damit Abläufe per natürlicher Sprache aufsetzen, anpassen und verwalten können. Viele Einzelschritte, die bislang von Hand konfiguriert werden mussten, lassen sich nach Angaben des Herstellers künftig als textbasierte Anweisungen abbilden, auch bei größeren Teilen der Pipeline.
Nvidia spricht hier von einer Verkürzung des Aufwands von mehreren Wochen auf wenige Stunden. Gerade für Teams, die Videoanalyse-Anwendungen bisher eher mühsam zusammensetzen mussten, dürfte das interessant sein. Vor allem dann, wenn Systeme laufend an neue Kamerapositionen, veränderte Sicherheitsregeln oder zusätzliche Analysemodule angepasst werden müssen.
MV3DT für durchgängiges Tracking über mehrere Kameras
Neu ist auch Multi-View 3D Tracking, kurz MV3DT. Die Funktion baut laut Nvidia ein gemeinsames 3D-Koordinatensystem für mehrere Kameras auf.
Dadurch lassen sich Personen, Fahrzeuge oder andere Objekte nach Angaben von Nvidia über mehrere Kameras hinweg verfolgen, ohne dass beim Wechsel von einer Kamera zur nächsten die Identität verloren geht. Für Unternehmen greift DeepStream 9.1 damit, wenn man Nvidia folgt, ein ziemlich handfestes Problem aus realen Mehrkamera-Umgebungen auf.
In Lagerhallen, Verkaufsflächen oder Bürogebäuden ist das in der Praxis ein wichtiger Schritt. Klassisches, streng kamerabezogenes Tracking stößt dort oft schnell an seine Grenzen.
AutoMagicCalib soll die Einrichtung vereinfachen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf AutoMagicCalib, kurz AMC. Gemeint ist die Kalibrierung mehrerer Kameras, ein Schritt, der in vielen Projekten als fehleranfällig, zeitintensiv und teuer gilt.
Hier stellt Nvidia eine weitgehend automatisierte Alternative in Aussicht. Dieser Teil der Einrichtung soll sich ab sofort deutlich stärker automatisieren lassen. Integratoren und Betreiber größerer Installationen könnten Systeme damit schneller in Betrieb nehmen.
Als typische Einsatzfelder nennt Nvidia unter anderem Arbeitssicherheit in Lagerhäusern, Analysen im Einzelhandel, Monitoring in Smart Buildings sowie andere Szenarien, in denen mehrere Kameras in Echtzeit ausgewertet werden.
Open Source und Unterstützung für Jetson
DeepStream 9.1 wird Nvidia zufolge außerdem als Open Source in einem gemeinsamen GitHub-Repository bereitgestellt. Sie bekommen damit eine zentrale Codebasis, die den Einstieg, die Entwicklung und später auch die Wartung vereinfachen soll.
Dazu kommt die Unterstützung für JetPack 7.2 sowie für Nvidia-Jetson-Plattformen wie Orin und Thor am Edge. Aus Sicht des Unternehmens passt DeepStream 9.1 damit in Nvidias Metropolis-Strategie für durchgängige Videolösungen von Anfang bis Ende.
Viele Details stützen sich bisher allerdings vor allem auf Nvidias eigene Ankündigung. Unabhängige Tests und belastbare Informationen zu Integration, Sicherheit, Governance oder älteren Bestandssystemen sind bislang noch rar.
Downloads: Download DeepStream 9.1 für Nvidia-Jetson-Plattformen wie Orin und Thor, Download JetPack 7.2 für Jetson