Messenger-Apps im Test: Wer von WhatsApp, BBM und Skype bietet Sicherheit und Datenschutz?

Die Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) hat eine Vielzahl von Chat- und Messenger-Apps wie WhatsApp und Facebook Messenger getestet. Bei der Beurteilung spielten vor allem die Kriterien Sicherheit, Datenschutz und Privatsphäre eine Rolle. Wir stellen Ihnen die Gewinner und Verlierer der Auswahl vor.

Sieben Sicherheitskriterien

Die EFF hat alle Apps anhand von sieben Kriterien beurteilt:

  • Findet eine verschlüsselte Datenübertragung statt?
  • Hat der Anbieter selbst keine Möglichkeit, die übertragenen Daten mitzulesen?
  • Lässt sich die Identität der Kontakte verifizieren?
  • Ist der Chat-Verlauf geschützt im Fall eines Diebstahls der Sicherheitsschlüssel?
  • Ist der Quellcode offen?
  • Sind die Sicherheitsvorkehrungen ausreichend dokumentiert?
  • Fand eine unabhängige Überprüfung des Quellcodes statt?

Messenger-Apps im Test: Wer von WhatsApp, Facebook Messenger und Skype bietet Sicherheit, Datenschutz und Privatsphäre?

Die sichersten Messenger-Apps

Die folgenden Apps schnitten am besten ab und konnten die EFF in allen sieben Punkten überzeugen:

  • Chatsecure: Die kostenlose Messenger-App ist für Android und iOS erhältlich. Die Anmeldung ist mit einem Facebook-Profil sowie Google- oder Jabber-Konto möglich.
  • Cryptocat: Diese Messenger-App zählt zu den flexibelsten dank der plattformübergreifenden Unterstützung. Die kostenlose App Cryptocat ist als Browser-Erweiterung für Chrome, Firefox, Safari und Opera erhältlich sowie als App für iOS und OS X. Eine Android-Version gibt es allerdings noch nicht.
  • Signal, RedPhone und Textsecure: Dieses Trio stammt vom Hersteller Whisper Systems und erhielt eine Top-Bewertung der EFF. Signal bietet iOS-Nutzern verschlüsselte Kommunikation, RedPhone funktioniert auf Android-Geräten. Die Messenger-App TextSecure für Android ergänzt das Angebot.
  • Silent Phone und Silent Text: Silent Circle bietet diese beiden Apps an. Die Apps für Android und iOS ermöglichen verschlüsselte Telefongespräche und sind kostenlos erhältlich, erfordern aber ein Abonnement für die dauerhafte Nutzung.

Die bekanntesten Messenger-Apps sind nicht die sichersten

WhatsApp, Facebook Messenger, Google Hangouts und Skype schneiden weniger gut ab und erreichen alle nur zwei von sieben Punkten.

Diese Messenger-Apps fallen durch

Die folgenden Apps können keines oder lediglich ein einziges der EFF-Sicherheitskriterien erfüllen:

AOL Instant Messenger, BlackBerry Messenger, Ebudy XMS, Hushmail, Kik Messenger, Mxit, QQ, Secret, Viber, Yahoo! Messenger.

Secret bezeichnet sich selbst als anonymes soziales Netzwerk, bekommt im EFF-Test aber den Schwarzen Peter zugeschoben. Während die anderen Messenger-Apps keine Datenschutz-Behauptungen aufstellen, stellt Secret die eigene App als sicher dar.

Nicht im Test dabei die deutsche Messenger-App Sicher. Weitere verschlüsselte WhatsApp-Alternativen aus der EU haben wir in einer Übersicht für Sie zusammengestellt.

Quelle / Bilder: EFF

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Besser als WhatsApp? – Das macht Sicher zu einer echten Alternative

Mit Sicher haben die Stuttgarter Entwickler des beliebten IM+-Messengers eine nach eigener Aussage “super sichere” Kurzmitteilungs-App auf den Markt gebracht. Wie auch andere Messenger will Sicher eine Alternative für WhatsApp zu sein. Doch als Nutzer stellt man sich die Frage, ob man Sicher wirklich braucht.

Sicher ist erhältlich für Android, iOS und Windows Phone und wirbt damit, alle Nachrichten zu verschlüsseln. Die App springt so auf den Zug der sicheren WhatsApp-Alternativen wie beispielsweise Threema auf. Aber Sicher ist mehr als ein abhörsicherer Messenger.

Der erste Eindruck

Auf den ersten Eindruck ist Sicher eine aufgeräumte und schicke App. Man merkt dem Messenger an, dass die Entwickler bereits jahrelange Erfahrung bei der Entwicklung von IM+ gesammelt haben.

Sicher_ChatsSicher hat eine aufgeräumte Oberfläche.

Die Menüs sind alle gut erreichbar und bis auf den Versand von Medien und Dateien findet man alles dort, wo man es erwartet. Auch die Registrierung für den Service funktioniert nach einem bewährten Prinzip: Mit der eigenen Rufnummer und einem Code, den man per SMS zugestellt bekommt. Kontakte findet Sicher, wie auch WhatsApp, Telegram, Line, WeChat, Viber über das Adressbuch auf dem Smartphone, welches die App mit dem eigenen Server synchronisiert. Alles beim Alten. Warum also wechseln?

Sicher und privat

Gegenüber den beliebten Nachrichtendiensten verschlüsselt Sicher jede Nachricht von Ende zu Ende mit einem 1024 bit RSA Krypto-System. Oben drauf kommt noch eine SSL-Verschlüsselung zwischen App und den Sicher-Servern. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das: Selbst die Sicher-Anbieter können Textnachrichten und Bilder nicht einsehen. Sicher versendet darüber hinaus auch Dokumente wie PDF-Dateien oder Word-Dokumente verschlüsselt. Das macht den Chat sicher, privat und vor allem abhörsicher.

Sicher bietet aber mehr als einen abhörsicheren Chat. Erst diese auf den ersten Blick leicht zu übersehenden Alleinstellungsmerkmale machen die App zu einer echten Empfehlung.

Der Clou steckt nicht in der Verschlüsselung

Auch wenn die Sorgen vor einer generellen Überwachung durch Geheimdienste nicht unter den Teppich gekehrt werden sollten, für den normalen Nutzer sind neugierige Partner, spionierende Vorgesetzte oder betrunkene Freunde mit Schabernack im Kopf ein größeres Problem, das Sicher mit Sicherheit löst.

Push Mitteilung ohne Vorschau – ein Alleinstellungsmerkmal von Sicher.

Push Nachrichten zeigen keine Vorschau einer Textnachricht. Damit sind die ersten neugierigen Blicke auf den Sperrbildschirm und die Mitteilungszentrale bereits gebannt. Bei der Einrichtung legt der Nutzer darüber hinaus ein Kennwort fest, mit dem die App nicht nur verschlüsselt wird sondern auch einen optionalen Passwortschutz erhält. Ohne dieses Passwort kann man nicht auf Chats zugreifen – die App ist gesperrt. Hinzu kommt ein eingebauter Selbstzerstörungsmodus für alle Nachrichten.

Ähnlich wie bei Snapchat verschwinden Nachrichten wieder aus der App, ohne dass man sie per Hand löschen muss. Das Limit setzt man auf 30 Minuten bis 15 Tage. Selbst wenn man auf die störende Passworteingabe zum Öffnen der App verzichtet und jemand einen neugierigen Blick in die App wirft, sind die meisten Nachrichten und Bilder mit der richtigen Einstellung bereits gelöscht. Die nächste Überraschungsparty bleibt so auch vor dem Neugierigsten Freund ohne Mühe ein Geheimnis.

Sicher für den Alltag

Auf den ersten Blick ist Sicher eine App die mit hoher Verschlüsselung, die Angst vor der Abhörmanie von NSA und Komplizen nutzt, um Nutzer zu gewinnen. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber der wahre Nutzen, den die App bietet: Das weiter gedachte Konzept mit einer einfachen Einrichtung, Passwortschutz, selbst zerstörenden Nachrichten und den  Push-Mitteilungen ohne Vorschau auf die Nachricht macht die App nicht nur sicher sondern auch alltagstauglich.

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Deutsche App “Sicher” konkurriert mit WhatsApp: Verschlüsselte Nachrichten mit Selbstzerstörung

Sicher ist eine kostenlose Messenger-App des Stuttgarter Unternehmens Shape, das auch schon den IM+ Messenger entwickelt hat. Die Anwendung für Android, iOS und Windows Phone bietet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Textnachrichten und Dateien sowie Selbstzerstörung und das Löschen von Inhalten beim Empfänger. Zusätzlich will der der Dienst mit Servern ausschließlich in Deutschland gerade Nutzer mit hohen Ansprüchen an die Privatsphäre überzeugen.

Auf dem umkämpften Markt der Messenger wollen viele Apps mit Verschlüsselung und Nachrichten mit Selbstzerstörung punkten. Der Messenger Sicher erweitert die Reihen der Herausforderer Telegram und Threema um einen weiteren Kandidaten, der einiges an Potenzial mitbringt. Die Funktionen von Sicher in der Übersicht:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Nachrichten in Einzel- und Gruppenchats sind für den kompletten Übertragungsweg von Gerät zu Gerät verschlüsselt. Auch die Betreiber können die Nachrichten nicht lesen.
  • Verschlüsselter Dateitransfer: Auch Dokumente wie Bilder, Videos, PDF- und Textdateien lassen sich verschlüsselt versenden.
  • Passwortschutz: Nutzer können die Anwendung mit einem Passwort schützen.
  • Anonyme Benachrichtigungen: Auf dem Sperrbildschirm zeigt Sicher keine Inhalte und Namen und von Chatnachrichten an.
  • Selbstzerstörung und Löschen: Auf Wunsch zerstören sich die Nachrichten nach einer voreingestellten Zeit von selbst. Über die Funktion Chat sofort löschen lassen sich alle Nachrichten eines Einzel-oder Gruppenchats bei allen Teilnehmern sofort entfernen.
  • Server in Deutschland: Mit einem heimischen Server-Standort will sich der Hersteller vor Anfragen und Spähversuchen ausländischer Geheimdienste schützen.

Sicher: Verschlüsselte Nachrichten mit Selbstzerstörung und Server in Deutschland als Konkurrenz zu WhatsApp

Sicher und Sicherheit: Das sind die Vor- und Nachteile

Sicher ist kostenlos und soll es auch in Zukunft bleiben. Die Anwendung bietet leicht zugängliche Verschlüsselung für Textnachrichten und Dateien, Passwortschutz und Selbstzerstörung geben Nutzern noch mehr Möglichkeiten zum Schutz von sensiblen Inhalten. Über die Löschfunktion lassen sich Nachrichten selbst bei Verlust des Gerätes entfernen. Diese Punkte sprechen für Sicher.

Weiterhin beschränkt sich der Hersteller auf die Abfrage weniger Nutzerdaten. Adressbuch und Nachrichten speichert der Dienst nicht auf den Servern. Die Nutzer von Sicher erhalten eine User-ID, die auf dem Server abgelegt wird. Die eindeutige Identifikation erfolgt aber über die Handy-Nummer, absolute Anonymität zählt nicht zum Umfang der App.

Zu bemängeln gibt es, dass die eingesetzte Verschlüsselung zwar einen Schlüssel beim Empfänger erfordert und daher theoretisch nur von diesem gelesen werden kann. Mit 1024 Bit ist der Schlüssel nach heutigen Standards aber vergleichsweise kurz, vereinfacht gesagt wäre also ein höheres Maß an Sicherheit möglich. Weiterhin gibt der Hersteller keinen Einblick in den Quellcode der Anwendung. Daher lässt sich die Sicherheitstechnik nicht beurteilen, Anwender müssen dem Hersteller also vertrauen, dass Sicher wirklich sicher ist.

In einem Test von fünf beliebten Messenger-Apps hat die Stiftung Warentest den geschlossenen Quellcode als negatives Kriterium der Anwendungen bewertet.

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Quelle / Bilder: Shape AG

News des Tages: Twitter mit animierten GIFs, deutsche Messenger-App Sicher, E-Mail-Adressen gehackt

Twitter unterstützt ab sofort die Dartstellung von GIF-Animationen, Sicher ist eine neue Messenger-App aus Deutschland mit Verschlüsselung und Mojang hat eine neue Vorab-Version von Minecraft mit neuen Monstern veröffentlicht – die Nachrichten des Tages.

  • Gehackte E-Mail-Adressen: Im Internet kursiert eine Datei mit gehackten Zugangsdaten für mehr als 60.000 E-Mail-Konten. Die Daten stammen vermutlich von Trojaner- und Phishing-Angriffen, zehntausende deutsche Adressen befinden sich auf der Liste.
  • Adobe Photoshop: Adobe stellt Photoshop und Lightroom im Rahmen der Creative Cloud 2014-Ausgabe zum Abo-Preis von 12,29 Euro pro Monat zur Verfügung. Außerdem erlaubt die iOS-App Photoshop Mix die Bearbeitung auf mobilen Geräten und die mobile Version von Lightroom steht jetzt neben dem iPad auch auf dem iPhone zur Verfügung.
  • Messenger-App Sicher: Die neue App Sicher ist eine weitere mobile Messenger-App mit verschlüsselten Nachrichten und Selbstzerstörung. Das Unternehmen aus Stuttgart setzt auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Server in Deutschland. Sicher ist für Android, iOS und Windows Phone verfügbar.
  • Avast Ransomware Removal: Avast hat ein kostenloses Tool zur Entfernung von Ransomware auf Android-Geräten veröffentlicht. Diese Art von Schadsoftware verschlüsselt die Daten auf dem Smartphone und verlangt vom Nutzer Lösegeld. Ransomware Removal von Avast kann Cryptolocker, SimplLocker und andere Ransomware entfernen.
  • Google E-Mail App: Google hat die App Email für Android im Google Play Store veröffentlicht. Diese unterscheidet sich von Gmail und unterstützt auch andere Provider, ist aber nicht mit allen Smartphones kompatibel. Unterstützt werden unter anderem Nexus-Geräte und Google Play-Ausgaben.

Updates

  • Twitter: Ab sofort unterstützt der Kurznachrichtendienst Twitter auch animierte GIF-Bilder. Nutzer müssen die Bilder aber anklicken, um die Animation abzuspielen. Die Neuerung betrifft sowohl die Web-Version als auch die Twitter-App.

Spiele

  • Battlefield: Hardline Beta: EA verlängert die Dauer der Beta-Phase von Battlefield: Hardline bis zum 26. Juni 2014. Die Registrierung läuft noch bis zum 22. Juni. PC-Spieler erhalten sofortigen Zugang zum Spiel, PlayStation-Spieler müssen auf eine E-Mail-Einladung warten. Battlefield: Hardline soll im Oktober erscheinen.
  • Watch Dogs PC-Patch: Ubisoft veröffentlicht in Kürze einen Patch für Watch Dogs. In der PC-Version verbessert die Aktualisierung Abstürze, Grafik-Probleme und die Spielsteuerung.
  • Minecraft: Mojang hat zwei neue Updates veröffentlicht: Minecraft 1.7.10 pre-release 4 erlaubt das Hochladen von eigenen Welten zu Minecraft Realms, und der Snapshot 14w25a bringt jede Menge Neuerungen, unter anderem ein neues Monster.

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