Laut Daten von Sensor Tower ist die ChatGPT-App von OpenAI unter den Chatbot-Apps für Android und iOS auch im Mai 2026 bei der Reichweite klar die Nummer eins. Beim Umsatz pro Nutzer hat inzwischen aber die Claude-App von Anthropic die Führung übernommen.
Und genau bei diesem Wert liegt Claude inzwischen vor ChatGPT.
ChatGPT mit Reichweitenrekord
Die ChatGPT-App von OpenAI hat im Mai 2026 nach Zahlen von Sensor Tower die 1 Milliarde monatlich aktiven Nutzern überschritten. Diesen Meilenstein hat laut Sensor Tower keine andere App zuvor in vergleichbarer Geschwindigkeit erreicht.
Vor allem eins springt aus dem Bericht sofort ins Auge: Bei der Reichweite bleibt ChatGPT im Markt weiter deutlich vorne.
Claude verdient pro Nutzer mehr
Bei der Monetarisierung sieht das Bild inzwischen anders aus. Dort hat Claude ChatGPT laut Sensor Tower überholt. In den USA stieg der durchschnittliche mobile Umsatz pro Nutzer bei Claude nach Angaben des Marktforschers von weniger als 50 Cent im September 2025 auf 2,76 Dollar im Mai 2026.
ChatGPT kam im selben Monat laut Sensor Tower auf 1,74 Dollar. Damit bringt Claude pro Nutzer rund das 1,5-Fache ein.
Besonders auffällig ist die Abo-Quote. 13 Prozent der Claude-Nutzer zahlen für ein Abonnement. Das ist laut Sensor Tower die höchste Konversionsrate unter den großen KI-Assistenten.
Marktanteile verschieben sich
Auch beim Marktanteil wird der Vorsprung von ChatGPT kleiner. Sensor Tower zufolge rutschte der Anteil der App am Gesamtmarkt im März 2026 erstmals unter 50 Prozent und lag Ende Mai nur noch bei 46,4 Prozent.
Vor zwei Jahren waren es nach Zahlen von Sensor Tower noch 81 Prozent. Google Gemini für Android und iOS kam zuletzt auf 27,7 Prozent, Claude auf 10,3 Prozent.
Vor allem in den USA hat Claude laut Sensor Tower kräftig zugelegt und seinen Nutzeranteil dort mehr als verdreifacht.
Ein möglicher Grund ist das Preismodell. Claude startet bei 20 Dollar pro Monat und hat keinen günstigen Einstiegstarif.
Das zieht eher Leute an, die den Dienst intensiver für Programmierung, Recherche und Datenanalyse nutzen und eher bereit sind, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.
Unternehmensentscheidungen mit Folgen
Dazu kommt das Markenimage. Nachdem der Deal zwischen OpenAI und dem US-Verteidigungsministerium im Februar 2026 öffentlich wurde, registrierte Sensor Tower in den USA einen spürbaren Anstieg bei den Deinstallationen.
Das spricht dafür, dass Unternehmenswerte in diesem Markt ganz konkret in die Entscheidung der Nutzer hineinspielen.
Nur mobile App-Umsätze erfasst
Dabei gibt es eine wichtige Einschränkung: Sensor Tower erfasst nur Ausgaben innerhalb mobiler Apps. Firmenverträge und API-Umsätze tauchen in diesen Zahlen nicht auf, obwohl sowohl OpenAI als auch Anthropic dort einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen machen.
Anthropic gilt als stark im Geschäftskundensegment. ChatGPT stützt sich dagegen stärker auf sein riesiges Endkundenpublikum und auf die Plus-Abos.
Der Wettbewerb dürfte noch härter werden. Berichten zufolge prüft OpenAI deutliche Preissenkungen. Google hat seinen günstigsten Gemini-Tarif bereits auf 5 Dollar pro Monat gesenkt.
Apple arbeitet außerdem an einem Siri-Update, bei dem einige Funktionen direkt auf dem Gerät laufen sollen, ganz ohne zusätzliches Abo. Für das erste Halbjahr 2026 rechnet Sensor Tower mit mehr als 4 Milliarden Dollar.
Das wären laut Sensor Tower 36 Prozent mehr als in den sechs Monaten davor und deutlich mehr als die 1,83 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Gleichzeitig dürfte sich die Nutzungszeit in generativen Apps nach Einschätzung von Sensor Tower im Jahresvergleich auf mehr als das Doppelte erhöhen.
Quelle: Sensor Tower
Downloads: Download ChatGPT für Android und iOS; Download Claude für Android und iOS; Download Google Gemini für Android und iOS