Dual-Boot: So nutzen Sie Windows 10 und ältere Versionen im Parallelbetrieb

Sie wollen Windows 10 testen? Dann installieren Sie das kommende Windows doch einfach parallel zu Ihrem aktuellen System. Die Dual-Boot-Funktion von Windows macht das möglich.

Unfertige Betriebssysteme wie Windows 10 testet man am besten als Virtuelle Maschine. Wenn Sie die volle Systemleistung Ihres Rechners ausschöpfen oder anspruchsvolle Hard- und Software ausprobieren möchten, sollten Sie Windows 10 besser als Dual-Boot-System installieren. Sie benötigen lediglich 20 GB freien Speicherplatz auf der Festplatte.

1. Zusätzliches Systemlaufwerk bereitstellen

Um mehr als eine Version von Windows zu installieren, benötigen Sie ein zusätzliches Laufwerk. Dies kann entweder eine zweite Festplatte sein oder eine so genannte Partition mit eigenem Laufwerksbuchstaben. Wenn Sie bereits ein zusätzliches Laufwerk mit mindestens 20 Gigabyte freiem Platz haben, können Sie direkt zum zweiten Abschnitt springen.

Auf PCs mit nur einem Laufwerk sollten Sie mit folgenden Schritten eine zweite Partition erstellen.

1.1 Windows-Partitionierungswerkzeug starten

Drücken Sie die Tastenkombination Windows + R und führen Sie das Kommando diskmgmt.msc aus. Dies startet den Laufwerk-Manager von Windows.

Install Windows 10 as a dual boot system

1.2. Freien Festplattenplatz überprüfen

Suchen Sie nach Ihrer Hauptfestplatte mit Namen C: und stellen Sie sicher, dass mindestens 20 Gigabyte Platz frei ist. Wenn nicht, müssen Sie erst den notwendigen Platz auf Ihrer Festplatte freiräumen.

Install Windows 10 as a dual boot system

1.3 Hauptlaufwerk C: verkleinern

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Ihre C: genannte Festplatte und anschließend auf Shrink Volume.

Install Windows 10 dual boot_03

1.4 Freizugebenden Festplattenplatz angeben

Geben Sie im nächsten Schritt den später für Windows 10 gedachten Festplattenplatz an. Wie bereits erwähnt sollten das mindestens 20 Gigabyte sein. Wenn Sie Platz haben, können Sie wie in unserem Beispiel auch spendabler sein.

Install Windows 10 dual boot_04

1.5 Neue Partition erstellen

Ihr C: genanntes Laufwerk wurde jetzt verkleinert. Der freigewordene Platz erscheint rechts davon. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diesen freien Bereich und anschließend auf New Simple Volume.

Install Windows 10 as a dual boot system

Anschließend weisen Sie den maximal verfügbaren Platz dem neuen Laufwerk zu.

Install Windows 10 as a dual boot system

Im nächsten Schritt wählen Sie noch einen Laufwerksbuchstaben aus. Windows schlägt Ihnen automatisch einen passenden Buchstaben vor.

Window 10 install as dual boot

Im letzten Schritt sollten Sie das neue Laufwerk mit der Standardeinstellung NTFS formatieren.

Window 10 install as dual boot

Ihre zusätzliche Partition ist damit fertig. Jetzt können Sie Windows 10 als Dual-Boot-System installieren.

Window 10 install as dual boot

2. Installations-DVD oder bootfähigen USB-Stick erzeugen

Um Windows 10 zu installieren, benötigen Sie entweder eine Installations-DVD oder einen bootfähigen USB-Stick mit den Installationsdateien. Beides können Sie aus der von Microsoft bereitgestellten ISO-Datei mit einem Brennprogramm wie CDBurnerXP oder USB-Tools wie ISO to USB leicht herstellen.

3. Windows 10 installieren

Starten Sie den Rechner von der Windows 10 Installations-DVD oder dem bootfähigen USB-Stick.

3.1 Angepasste Installation auswählen

Bei den Installationsoptionen wählen Sie Custom: Install Windows only (advanced) aus.

Window 10 install as dual boot

3.2 Freies Installationslaufwerk auswählen

Geben Sie als Ziel das von Ihnen vorbereitete Laufwerk an. Dies kann entweder wie oben gezeigt eine zusätzliche Partition oder eine weitere Festplatte sein.

Wichtig: Wählen Sie hier NICHT das von Ihnen bislang genutzte Hauptlaufwerk aus. Anhand der Angabe bei Free Space können Sie das richtige Laufwerk leicht erkennen. Haben Sie eine zusätzliche Partition erstellt, befindet sich der Eintrag normalerweise ganz unten.

Window 10 install as dual boot

3.3 Windows 10 Dateien kopieren und Installation abschließen

Das Installationsprogramm kopiert Windows 10 jetzt auf die Festplatte. Wenn die Installation abgeschlossen ist, startet der Rechner automatisch neu.

Window 10 install as dual boot

4. Beim Rechnerstart gewünschtes System auswählen

Bei jedem Neustart des Rechners können Sie jetzt zwischen Windows 10 und Ihrem bislang genutzten System auswählen. Beide Systeme kommen sich nicht in die Quere und liegen in komplett getrennten Laufwerken.

Window 10 install as dual boot

Bei sehr viel freiem Festplattenplatz ist die Dual-Boot Methode eine praktische Alternative zu einer Virtuellen Maschine. Lediglich das langwierige Hin- und Herwechseln zwischen beiden Systemen per Neustart nervt ein wenig. Wenn Sie ein wirklicher Bastler sind, können Sie ja beide Methoden kombinieren.

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Windows 10 als Virtuelle Maschine mit VMware Player gefahrlos testen

Wenn Sie die Windows 10 Technical Preview nicht auf Ihrem Rechner installieren wollen, können Sie das neue System auch als Virtuelle Maschine einrichten. Dies geht sehr einfach und benötigt wenig Zeit.

Eine Virtuelle Maschine ist ein simulierter PC im Fenstermodus. Auf diesem Weg können Sie die Windows 10 Technical Preview wie ein normales Anwendungsprogramm testen, ohne Ihr aktuelles System zu überschreiben.

1. Download und Installation von VMware Player

Vor dem Download von VMware Player müssen Sie sich zunächst auf der Herstellerseite anmelden. Danach können Sie die Software herunterladen. Die Installation erfordert keine Vorkenntnisse und läuft fast von ganz allein ab.

2. Download der Windows 10 Technical Preview

Die Windows 10 Technical Preview steht als 32-Bit- und 64-Bit-Version bereit. Laden Sie die 64-Bit Variante als ISO-Datei herunter.

3. Eine neue virtuelle Maschine mit Windows 10 erstellen

Nach dem Start von VMware Player öffnen Sie mit einem Klick auf Create a New Virtual Machine den Einrichtungsassistenten. Im nächsten Fenster wählen Sie Typical aus.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

4. ISO-Datei zur Installation auswählen

Wählen Sie für die Installation die Option Installer disc image file (iso) aus. Unter Browse können Sie die Installationsdatei der Windows 10 Technical Preview dem virtuellen DVD-Laufwerk von VMware zuweisen.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

5. Windows 8 als Betriebssystem auswählen

Als Guest operating system wählen Sie Windows 8 x64 aus. Dies ist sehr wichtig. Wenn Sie ein anderes System auswählen, funktioniert die Virtuelle Maschine mit Windows 10 eventuell nicht.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

6. Nutzerkonto auswählen

Geben Sie im Fenster Easy Install Information einen Benutzernamen an. Windows 10 wird dann automatisch mit einem entsprechenden Benutzerkonto eingerichtet. Die Zeile für den Windows product key können Sie leer lassen.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

7. Namen und Speicherort angeben

Nun geben Sie der Virtuellen Maschine noch einen Namen und wählen mit einem Klick auf Browse unter Location den gewünschten Speicherort an. Dieser sollte eine Festplatte mit mindestens 20 GB freiem Platz sein.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

8. Virtuelle Festplatte einstellen

Im nächsten Schritt stellen Sie die Größe der gewünschten virtuellen Festplatte ein. Mit 20 Gigabyte kommt man gerade so aus. Wir empfehlen mindestens 60 Gigabyte. Damit haben Sie später keine Probleme. Diese 60 GB belegen nicht sofort Speicherplatz auf der Festplatte. Die von VMWare genutzte virtuelle Festplatte wächst nur bei Bedarf bis zur Maximalgröße. Wählen Sie darüber hinaus Store virtual disk as a single file aus.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

9. Einstellungen überprüfen

Im letzten Schritt können Sie noch einmal alles überprüfen und notfalls korrigieren. Unter Customize Hardware können Sie den Arbeitsspeicher und andere Hardware-Einstellungen noch einmal anpassen. Ein Klick auf Finish beendet den Assistenten.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

Hauptspeicher auf zwei Gigabyte erhöhen

Kontrollieren Sie unbedingt den eingestellten Hauptspeicher. Die Windows 10 Technical Preview benötigt mindestens ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Mit zwei Gigabyte geht man auf Nummer sicher und hat später keine Probleme.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

10. Virtuelle Maschine starten und Windows 10 Technical Preview installieren

Mit Play virtual machine können Sie die Virtuelle Maschine ganz komfortabel im Fenstermodus starten.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

Beim ersten Start führt Sie ein Assistent durch die Installation. Installieren Sie die Windows 10 Technical Preview wie auf einem tatsächlichen PC.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

11. Windows 10 Technical Preview im Fenstermodus starten

Ist die Virtuelle Maschine mit der Windows 10 Technical Preview fertig eingerichtet, können Sie Windows 10 einfach im Fenstermodus auf dem Desktop ausführen. Im laufenden Betrieb sieht das dann so aus.

Windows 10 Technical Preview virtual machine vmware

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Vorschau auf WildStar: Beta-Test des knallbunten Science-Fiction-Rollenspiels

WildStar versetzt Online-Rollenspieler in eine bunte Science-Fiction-Welt. Ich hatte Gelegenheit, mir die Beta des noch nicht ganz fertigen MMORPGs anzusehen. Und ich konnte meine Frage beantworten, ob WildStar dem kommenden Online-Abenteuer Elder Scrolls Online das Wasser reichen kann. Ja das, tut es!

Noch ein Online-Rollenspiel! Das muss doch nicht sein, wer soll das alles spielen? Ich muss zugeben, dass ich meine Zweifel hatte, als ich mich für die Beta von WildStar angemeldet habe. Kaum hat sich der Ersteindruck von The Elder Scrolls Online (TESO) etwas gesetzt und eine vorsichtige Vorfreude entfacht, setzen Carbine Studios mit dem Science-Fiction-MMORPG WildStar nach. Noch ein Rollenspiel. Woher sollen Spieler nur die Zeit für beide nehmen? Es läuft auf eine Entscheidungsfrage hinaus.

Worum geht es in WildStar?

Ort des Geschehens ist in WildStar der Planet Nexus, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Schauplatz aus Demon’s Souls, in dem sich Abenteurer mit Zombies herumschlagen. In WildStar ist es der Heimatplanet der hochentwickelten Alien-Rasse Eldaner. Aus einem nicht näher bekannten Grund haben sich die Eldaner aus dem Staub gemacht und das Feld zwei verfeindeten Gruppierungen überlassen: Dominion und Exiles. Wie sich deren Konflikt entwickelt, wird hier nicht verraten.

Was ist an WildStar anders?

Grell und bunt! Auf den ersten Blick unterscheidet sich der WildStar-Look von Online-Rollenspielen wie World of Warcraft, Final Fantasy XIV, Star Wars: The Old Republic oder Elder Scrolls Online. Das Science-Fiction-Setup zeichnet sich markant mit üppig gefärbten Flächen von den ansonsten genre-üblichen Mittelalter-Fantasy-Schauplätzen ab.

WildStar - Comic-Look

WildStar: Science Fiction im Comic-Gewand.

Obendrein kommt kaum ein Konkurrent an die Niedlichkeit von WildStar heran. Mit langen Hasenohren und großen Kulleraugen fegen die putzigen Figuren durch eine knallbunte Welt und stellen sogar Final Fantasys katzenartige Miqo’te in den Kuschel-Schatten. Grafisch wirkt WildStar wie eine Mischung aus Comic und Alice im Wunderland.

WildStar - Cute!

So niedlich kann ein MMORG sein!

Die Niedlichkeit geht bis ins Detail. Komme ich in ein Gebiet mit Schmetterlingen, startet eine Herausforderung, möglichst viele Insekten mit Sprüngen in die richtige Höhe zu fangen. Man kann Pflanzen scannen, computergesteuerte Figuren (NPCs) vor gefräßigen Kreaturen beschützen oder die Jagd auf Wild eröffnen.

Ungewöhnliche Pfade

Abseits des Comic-Looks bringt WildStar eine sehr eng an die Spielfigur angelehnte Charakterentwicklung mit. Für absolvierte Quests und niedergestreckte Feinde winken Erfahrungspunkte, wie in den meisten anderen Rollenspielen auch. Hinzu kommen Pfad-Missionen, die ein wenig vom eigenen Spielstil abhängen. Als Baumeister bekomme ich andere Pfadmissionen, als wenn ich mich als Wissenschaftler oder Entdecker betätige.

WildStar - Nature

Die Natur mit all ihren Kreaturen spielt eine wichtige Rolle in WildStar.

Das Science-Fiction-Setup bringt nicht nur eine frische Optik und ungewöhnliche Feuerwaffen mit, sondern auch einige praktische Details für den Rollenspiel-Alltag. Ein Beispiel: Statt nach einer Quest für die Belohnung zum Auftraggeber zurückzukehren, genügt oft der Griff zum Kommunikator und alles ist erledigt. Das ist praktisch und erspart viel sinnlose Lauferei.

Menüs in Hülle und Fülle

Und noch eines ist anders an WildStar: die schiere Flut an Info-Menüs. Die Vielzahl hat mich erschlagen. Gut ist immerhin, dass man sie in Ruhe studieren kann und im Kampfgetümmel nicht braucht. Weniger ist mehr sollte aber auch in weniger actionreichen Momenten gelten. Bleibt zu hoffen, dass bis zur fertigen Spielversion noch etwas aufgeräumt wird.

WildStar - Map

Verwirrend: Am oberen Rand öffnet eine Menüleiste eine Flut an Menüs und Untermenüs, zu denen im Spiel situationsabhängig weitere hinzu kommen. Im Bild sehen wir eine Mischung aus Karte und Baumenü.

All das lässt eines erahnen: WildStar ist kein Spielchen für zwischendurch. Gut, das gilt wohl für die meisten MMORPGs, aber WildStar setzt die Einstiegs-Hürde besonders hoch. Es dauert eine ganze Weile, sich in den Wirren der Menüs zurechtzufinden. Während World-of-Warcraft-Veteranen diese Hürde rasch nehmen, sollten sich  Online-Rollenspiel-Einsteiger auf eine vergleichsweise steile Lernkurve einstellen.

Wie kämpft es sich in WildStar?

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=kjQLsE02OPg[/youtube]

Es ist vorbei. Das sperrige MMO-Kampfsystem nach dem Muster Ziel anklicken und Aktion auslösen weicht – ähnlich wie in Elder Scrolls Online – einem viel eleganteren, durchdachten Ansatz. Man richtet die Kamera auf das Ziel und löst den gewünschten Angriff aus. Das war’s. Eine blaue Markierung auf dem Boden zeigt, wo das Kommando einschlägt.

WildStar - Action, Guns

Dynamische Kämpfe: Kamera auf das Ziel richten und feuern.

Dasselbe gilt auch für flächige Gegenangriffe (area of effect, AoE), die sich in roten Bereichen auf dem Grund abzeichnen. Diese Bereiche füllen sich langsam, bis der Angriff seine zerstörerische Wirkung entfaltet. In anderen Spielen müssen Rollenspieler Menüs im Blick behalten, um solche Angriffsmuster zu erkennen. WildStar kommt ohne diesen störenden Umweg aus. Viele Entwickler werden sich fragen, warum sie nicht schon eher auf die einfache Idee eines in den Flächeneffekt eingebundenen AoE-Fortschrittsbalkens gekommen sind.

WildStar: AoE

Den Fortschritt bis zum Einschlag von Flächenangriffen markiert WildStar über sich füllende Markierungen auf dem Boden.

Feindlichen Angriffen entrinnt man mit raschen Seitwärts-Sprüngen. Diese Kommandos benötigen eine Weile, bis sie wieder einsetzbar sind. Der kluge Gebrauch dieser sportlichen Aktivität ist ratsam, um aus verzwickten Situationen entkommen zu können. Es zeigt sich: Aller Niedlichkeit zum Trotz geht es in WildStar ganz schön zur Sache.

Fertigkeiten, Angriffe und Waffen hängen den Rollenspiel-üblichen Gepflogenheiten zufolge von der gewählten Klasse ab. Die Details können sich bis zum fertigen Spiel noch ändern. Grundsätzlich kann man zwischen magischen Fähigkeiten und Kampfklassen wählen, die auch auf Feuerwaffen zurückgreifen können. Obendrein kann man sich mit im Verlauf des Spiels immer stärkeren Schutzschilden zusätzlich vor Blessuren schützen.

WildStar - Character

Charakter-Erstellung in WildStar: Vorlieben legt man zu Beginn fest und spezialisiert sich während des Spiels.

WildStar bringt auch Spieler-gegen-Spieler-Kämpfe mit (Player versus Player, PvP). Ein Test dieses Modus war allerdings während der Beta nicht möglich.

Wie ausgereift ist WildStar?

Während des Beta-Tests kam es zu keinen Abstürzen und auf den mäßig belasteten Servern zu kaum spürbaren Verzögerungen (Lag). Allerdings schränkten die vielen ausgiebigen Wartungsarbeiten die Testzeit ein. Das Spiel selbst fühlt sich im direkten Vergleich zur Beta-Version von Elder Scrolls Online recht ausgereift an.

Die Reife schlägt sich in vielen kleinen Details nieder. Ich habe mich beispielsweise über eine Befehls-Fehlererkennung im Chat-Modus gefreut. Will ich mich setzen, gebe aber statt /sit den Befel /sti ein, weist ein rotes Kreuz schon vor der Bestätigung mit Enter auf den Irrtum hin. Viele solcher Kleinigkeiten zeigen, dass sich die Entwickler mit den Alltags-Problemen der Spieler auseinandergesetzt und nach Lösungen gesucht haben.

WildStar - Navigation

Gute Idee, aber in der Beta nicht immer zielführend ist das Navigations-System von WildStar.

Sehr gut ist auch der Ansatz eines Navigations-Systems als Ergänzung der typischen Karte. Mit dem WildStar-Navi soll der Spieler sein Ziel über gut sichtbare Pfeile finden. Hier muss allerdings noch nachgearbeitet werden, da ich immer wieder in Sackgassen gelotst wurde. Mich zu verlaufen schaffe ich auch ohne technisches Hilfsmittel.

Muss ich monatlich zahlen?

WildStar erscheint wie World of Warcraft, Final Fantasy XIV oder Elder Scrolls Online als Vollversion mit regelmäßigen monatlichen Kosten. Im Gegensatz zu den anderen Titeln können sich Spieler um die Abo-Gebühr drücken, indem sie ihre gesammelte Spielwährung gegen Spielzeit tauschen. Wer viel Zeit hat, muss also nicht zwingend monatlich Geld bezahlen.

Fazit: Farbenfrohes Online-Rollenspiel mit hohem Knuddel-Faktor

Muss noch ein Online-Rollenspiel in diesem Jahr wirklich sein? Meine Antwort: ja! Wenn es sich stilistisch so klar von der üblichen Fantasy-Kost unterscheidet wie WildStar, geht das in Ordnung und eröffnet Spielern eine echte Wahlmöglichkeit. Fantasy im Mittelalter-Look mit grimmigen Kriegern in Elder Scrolls Online gegen Science-Fiction mit knuddeligen Häschen, Robotern oder Aliens in WildStar.

Dass der niedliche Neuling mit seiner höheren Einstiegshürde etwas schwerer verdaulich ist als die meisten Konkurrenten, spricht besonders Kenner von World of Warcraft an. Ohnehin wirkt WildStar wie eine Frischekur des MMORPG-Altmeisters und könnte einige gelangweilte Spieler von World of Warcraft zum Umstieg locken. Nun müssen beide Newcomer zeigen, wie sie sich nach der Beta schlagen und ob sie dem Ansturm auf die Server Stand halten.

WildStar erscheint 2014 für Windows-PCs. Ein genauer Veröffentlichungs-Zeitpunkt steht noch nicht fest.

Alternativen zu WildStar: The Elder Scrolls Online, World of Warcraft, Final Fantasy XIV, Star Wars The Old Republic, Guild Wars 2

Vorschau auf PvP in Elder Scrolls online: chaotisch-zähe Massenschlachten

Mit dem PvP-Modus ist das so eine Sache in Rollenspielen. Viele Spieler mögen ihn nicht. Andere dürstet es danach, ihre virtuelle Klinge mit menschlichen statt berechenbaren computergesteuerten Gegnern zur kreuzen. Elder Scrolls Online bringt einen PvP-Modus mit, der den Kampf Spieler gegen Spieler säuberlich vom Rest des Online-Rollenspiels in einem eigens dafür eingerichteten Gebiet trennt. Zumindest fast.

Das Abenteuer von The Elder Scrolls Online (TESO) beginnt nordwestlich rund um Glenumbra. In diesem üppig bewaldeten Gebiet habe ich mich letztes Wochenende tüchtig ausgetobt, Quests erledigt und Dungeons befriedet. Obwohl meine Spielfigur die PvP-Mindesthürde von Level 10 für den Kampf Spieler gegen Spieler (Player versus Player, PvP) deutlich überwunden hat, gab es ein Problem.

Auf Irrwegen zum Kampf

Die Kampfarena des kompetitiven Multiplayer liegt in Cyrodiil, mittig in Elder Scrolls Onlines Fantasy-Welt Tamriel gelegen. Wie komme ich also von meinem Startgebiet zur Kampf-Action? Die Suche nach einer Antwort auf diese naive Frage führte mich durch Areale, die die Erfahrungsstufe meiner Spielfigur um ein Vielfaches überschritten.

Schmerzhaft erfuhr ich, wie hartnäckig die bösartigen Kreaturen Engpässe bewachen. Nachdem ich eine Auszeichnung für gefühlte 1000 Tode freigespielt und ein Vermögen für die Reparatur meiner verschlissenen Ausrüstung bezahlt hatte, suchte ich in meiner Verzweiflung nach einem anderen Weg zum Ziel. In den Niederungen der Menüs wurde ich fündig.

Allianz-Krieg in Cyrodiil – mit Hindernissen!

Über das Allianz-Menü konnte mich mit einigen Klicks direkt in das PvP-Gebiet von Cyrodiil teleportieren lassen. Also in die Hände gespuckt und los! Doch daraus wurde erstmal nichts. Ein Spielfehler ließ mich nicht von der Maus- zur Kampfansicht wechseln, kämpfen ausgeschlossen.

Freundliche Mitspieler standen mit vielen Tipps zur Seite, doch erst der Neustart von PC und Spiel lösten das Problem. Beta halt, das gehört dazu. Nachdem auch dieses Hindernis überwunden war, konnte ich mich einer Allianz anschließen und in die Schlacht ziehen – endlich!

Das ganz normale Chaos einer Burgbelagerung

Als ich mich dem Kampf anschloss, war er schon in vollem Gange. Über die Karte ließ sich feststellen, wo gerade die Action stattfand. Der Weg führte über ein riesiges Areal. Ohne Pferd war ich eine ganze Weile zu Fuß unterwegs. Im Zentrum des Tumults standen Katapulte einsatzbereit vor der Mauer eines fast sturmreif geschossenen Burgtors unterhalb einer stattlichen Mauer.

Meine angreifende Gruppe hatte fast die maximale Besetzung von 24 Spielern, allerdings können Allianzen weit mehr Gruppen und damit Spieler umfassen. Denkbar sind Schlachten mit hunderten Teilnehmern. Um den Angriff etwas koordinierter anzugehen, ist die Gruppe in sechs Grüppchen von jeweils vier Spielern unterteilt, eine gute Möglichkeit für taktische Scharmützel.

Tatsächlich lief alles weniger taktisch. Stattdessen glich die Spielerschar einem aufgewühlten Hühnerhaufen. Sobald das Burgtor den feurig lodernden Katapultgeschossen nachgab und den Weg in den Innenhof frei machte, liefen alle Spieler direkt in die tödliche Falle.

Elder Scrolls Online - PvP Siege

PvP in TESO mit bis zu 24 Spielern pro Allianz: Mit Katapulten schießt man bei der Burgbelagerung Tore sturmreif. Anschließend folgt der Nahkampf.

Die Verteidiger hatten nicht länger lodernde Trümmer über die Mauer geworfen, sondern das Tor aufgegeben, sich in den Innenhof zurückgezogen und auf den Sturm vorbereitet. Wir liefen direkt in zwei Flanken. Nach dem tödlichen Fehler ergab sich die Möglichkeit, sich am Spawnpunkt neu zu gruppieren und es beim nächsten Mal besser zu machen. Es gelang, den Innenhof einzunehmen und in die Burg einzudringen, wo sich dasselbe blutige Massaker wiederholte wie zuvor.

Alles in allem bleibt festzuhalten, dass Taktik, eine gute Allianzführung, Kommunikation und Zeit eine gewichtige Rolle beim Allianzkrieg spielen. Im Presse-Event zog sich allein die Einnahme einer einzigen Burg eine Weile hin. Hersteller Zenimax Online geht von einer Viertelstunde aus, um eine vollständig unbewachte Burg zu übernehmen. Doch so leicht wird es einem kaum gemacht. Und es gibt auch weit mehr als eine Burg zu erobern. Kriege werden eben nicht über Nacht gewonnen.

Balancing, Punkte, Allianz-Sieg und Kaiser

Nicht jeder Teilnehmer muss sich allerdings in die Schlacht stürzen. Stattdessen kann man die kämpfenden Spieler mit Rohstoffen und angefertigten Belagerungswaffen wie Katapulten oder Rammen unterstützen. Dafür winken ebenso Punkte wie für das Töten von Feinden und Erobern von Festungen. Wer am Ende eines Allianzkriegs die meisten Punkte gewinnt, darf sich Kaiser nennen und genießt in TESO solange Vorteile für sich und seine Allianz, bis ein anderer Spieler den Titel erringt.

Besonders schwächere Spieler sind zunächst mit Support-Aufgaben gut beraten, denn die sehr unterschiedlichen Spielfortschritte der Teilnehmer gleicht Elder Scrolls Online entgegen den offiziellen Angaben zumindest während der Beta noch nicht wirklich fair aus. So kann man auf Gegner eindreschen, ohne ihnen nennenswerte Kratzer zuzufügen, während sie einem mit ein paar gezielten Hieben eine blutige Nase verpassen.

Alles im Blick: Benutzeroberfläche im Kampf

Es ist eine große Herausforderung, über eine 24-köpfige Truppe den Überblick zu behalten. TESO hat hier einen entscheidenden Vorteil gegenüber Final Fantasy XIV, das mit dem jüngst eingeführten Kristallturm ebenfalls eine 24-Personen-Instanz mitbringt – allerdings mit stark eingeschränkter Übersicht. Der Vorteil von TESO liegt in dem klaren, direkten Kampfsystem, das im Gegensatz zu vielen konkurrierenden Spielen ohne überbordende Menüs auskommt. Die Benutzeroberfläche bleibt aufgeräumt genug für ein Allianzfenster mit allen Mitstreitern in der linken oberen Bildecke. So hat man alles gut im Blick.

PvP als Rollenspiel-Grenzerfahrung

Der PvP lässt in Elder Scrolls Online die Grenzen des MMORPGs verschwimmen. Es gibt nach wie vor die rollenspieltypischen Klassen, zugleich kommt viel aus Strategiespielen bekannte Taktik hinzu. Der Spielmodus fühlt sich wie eine Live-Ansicht von Stronghold Crusader aus der Ego-Perspektive an. Respawns und das an den Spielmodus Eroberung angelehnte Spielprinzip erinnern obendrein schemenhaft an Shooter.

Megaserver als Rollenspiel-Killer?

Eine Schwäche des PvP bilden die bereits diskutierten Megaserver in Elder Scrolls Online. Während man sich in World of Warcraft bewusst für einen Server mit Rollenspiel- oder PvP-Schwerpunkt entscheidet oder in Final Fantasy XIV mit der Wolfshöhle eine abgeschlossene PvP-Arena betritt, kommt es bei TESO zu Überschneidungen. Auf Cyrodiil finden die PvP-Kämpfe statt, zugleich machen Gerüchte die Runde, dass auch gewöhnliche Quests und Dungeons in diesem Gebiet liegen.

Aus diesem Grund ist denkbar, dass an PvP weniger interessierte Spieler in Kämpfe hineingezogen werden. Obendrein sollen tragende Story-Elemente oder Endgame-Raids nur siegreichen Allianzen vorbehalten sein. Sollte diese Entscheidung tatsächlich in die finale Version von Elder Scrolls Online Einzug finden, wertet das PvP nicht auf, sondern schreckt Rollenspieler ab.

Fazit: Hektische Burgbelagerungs-Action mit einer Prise Aufbau-Strategie und Taktik

Chaos, Chaos, Chaos! Das umschreibt mein erstes PvP-Erlebnis in Elder Scrolls Online am besten. Gerade weil während der Beta-Phase die Welt eher überschaubar mit anderen Mitspielern bevölkert war, wirkte der plötzliche Tumult wirr hin- und herlaufender Mitspieler so eindringlich.

Gleichzeitig kam zum ersten Mal etwas wie Gemeinschaftsgefühl auf und ich bin mir sicher, dass in der fertigen Spielfassung fähige und erfolgsorientierte Allianz-Anführer für organisierte und erfolgreiche Burgüberfälle sorgen.

Allerdings sind die Kämpfe recht zäh, langatmig, monoton und schlecht ausbalanciert. Obendrein kann sich auch das einstellen, was viele Rollenspieler an PvP stört: Aggressivität übel gelaunter Spieler, denen es nicht schnell oder gut genug geht. Kommt es tatsächlich zu Überschneidungen von PvP und Rollenspiel und wird PvP für den Abschluss der Story benötigt, sollten Spieler ohne Freude an PvP ein anderes MMORPG in die engere Wahl ziehen.

Kurzum: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt weckt der PvP von TESO für sich genommen keine Begehrlichkeiten und kommt an den vorsichtig optimistischen Ersteindruck des restlichen Spiels nicht heran. Hersteller Zenimax Online hat hier noch eine Menge am Balancing zu optimieren und sicherzustellen, dass Rollenspieler durch PvP nicht gestört werden.

Vorschau auf Elder Scrolls Online

Vorschau auf Elder Scrolls Online: Beta-Version im ausführlichen Test

Elder Scrolls Online ist ein großes Wagnis. Gegen den Trend der kostenlosen Free-to-Play-Spiele im Fantasy-Gewand kommt nochmal ein Online-Rollenspiel mit Abo-Modell auf den Markt. Nach meinem ersten flüchtigen Blick auf der Gamescom hatte ich die Gelegenheit, die Welt von Tamriel etwas ausführlicher zu erkunden. Es folgt ein ganz persönlicher Eindruck der Beta-Version nach rund 20 Stunden Spielzeit.

Charakterfrage

Elder Scrolls Online beginnt mit der üblichen Erstellung einer Spielfigur. Man wählt Klasse, Rasse, Geschlecht und Statur. Die Charakterklasse der Kaiserlichen steht in der fertigen Version des Spiels nur Käufern der Imeperial Edition zur Verfügung.

Elder Scrolls Online - Character

Der Charakter-Editor erlaubt auf Wunsch die Vorschau in Veteranen-Kleidung.

Ungeduldige Spieler können eine zufällige Figur erstellen lassen. Perfektionisten formen ihre Figur von Kopf bis Fuß mit zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten von Frisur bis Fußgröße. Die Figur lässt sich mit Anfänger- und Endausrüstung betrachten, was ungewöhnlich ist und sehr nützlich sein kann – etwa bei der folgenreichen Frage, ob die Haarfarbe zur späteren High-End-Rüstung passt.

Auftakt im Kerker – wo sonst?

Das geht ja gut los! Mal wieder bin ich in einem Kerker ausgesetzt. Das kennen wir doch schon von Dishonored, Blackguards und zahlreichen weiteren Spielen. Was ich da soll, wird mir nicht so ganz klar. Dennoch bin ich froh, als ein schemenhaft vor mir her flirrender Prophet den Aufenthalt in diesem düsteren Loch rasch beendet. Klar, dass derselbe Prophet mich im Verlauf der Handlung nicht mehr in Ruhe lässt und mit Abenteuern behelligt, die in einer merkwürdigen Gemengelage irgendwo zwischen Leben und Tod sowie Vergangenheit und Gegenwart liegen.

Elder Scrolls Online - Past

Blick in die Vergangenheit: Die Story ist anfangs etwas wirr.

Offene Spielwelt

Nach dem düsteren Kerker öffnet sich die freie Spielwelt für ausgiebige Erkundungen. Ich bin durch exotisch anmutende Wüstengebiete und saftige Waldlandschaften gezogen. Beide Gebiete sind üppig bemessen und laden zu ausgiebigen Streifzügen ein. Die Umgebung macht einen sehr detaillierten Eindruck. Durch Baumwipfel fällt das Sonnenlicht und zeichnet feine Schatten auf dem Grund, aus dem nicht allzu hübsche Gräser schießen.

Elder Scrolls Online - Scenery

Die hübsch gestalteten Landschaften gehören zur Schokoladenseite von Elder Scrolls Online.

Beeindruckend sind dagegen die Texturen von Häusern, Felsformationen und Gebirgen. Die Städtchen mit ihren Märkten, Ställen und Geschäften wirken wie aus einem anrührenden Mittelalter-Film – frei von Gestank und Gülle auf der Straße. Hübsch schlängeln sich auch Bäche und Flüsse durch die Landschaft. Der Grund zeichnet sich durch klares, hübsch spritzendes Wasser ab, sofern man einen hinreichend flotten PC oder Mac für maximale Detailstufe hat.

Beschäftigung an jeder Ecke

Ziehe ich anfangs planlos durch die Weite, füllt sich das Tagebuch geschwind mit Aufträgen. Wo mich die Nase auch hinführt, erwarten mich bereits Spielfiguren (NPCs) mit Quests. Nebenaufgaben gibt es oft eher zufällig, ohne dass sie als Hinweis auf der Karte erscheinen.

Elder Scrolls Online - Map

Diese Karte zeigt einen kleinen Ausschnitt des Spielgebiets von Elder Scrolls Online.

Die Bandbreite der ersten Aufgaben geht in Elder Scrolls Online erfrischend über die typischen Lauf- und Lieferaufträge hinaus. Da gilt es mal ein verlorenes Schwein zu finden, einen Mord aufzuklären oder verklavte Minenarbeiter zu befreien. Nach weit über 50 erledigten und überwiegend spannenden Quests habe ich außerdem Walddruiden bei ihren Problemen mit den Elementen der Natur geholfen, Zombies verb(r)annt, gegen Werwölfe gekämpft, mit Geistern gesprochen und Skelette flambiert.

Elder Scrolls Online - Werewolf

Werwölfe können ganz schön austeilen!

Abseits der recht sicheren Städte lauern Wölfe und anderes Getier auf unachtsame Abenteurer. Besiegte Kreaturen werfen ein paar Goldmünzen und mitunter auch wertvolle Objekte ab, die man anlegen oder verkaufen kann. Besiegte Monster kehren erstaunlich rasch an dieselbe Stelle zurück, was das Farmen von Erfahrung, Geld und Gegenständen erleichtert, aber die Atmosphäre etwas trübt.

Mitunter warten auch Kisten in der Landschaft auf einen geschickten Dieb, der sein Handwerk mit Dietrichen versteht, um wertvolle Schätze preis zu geben. Es sei denn, jemand ist einem zuvor gekommen, was mir wiederholt passierte. Dann findet man nichts außer einer leeren, geplünderten Kiste und muss weiter suchen.

Elder Scrolls Online - Lockpick

Truhen mit wertvollen Gütern kann man mit etwas Geschick knacken.

Viele Aufträge ziehen weitere Aufgaben nach sich. Mitunter habe ich den Verlauf der Dinge in der Hand, indem ich mich in Dialogen auf eine Seite stelle. Inwieweit die Entscheidungen folgenreiche Auswirkungen haben, konnte ich nicht feststellen.

Nicht immer muss man für den Verkauf von Plündergut oder Reparatur der Ausrüstung in die Stadt zurück. Dafür sorgen Händler, die auf den Hauptstraßen verkehren. Sehr praktisch! Ebenfalls eine große Zeitersparnis sind Wayshrines genannte Transportstationen, zu denen man direkt springen kann. Jeder Transport kostet allerdings eine Gebühr. Größere Strecken überwindet man rasch, wenn man sich gegen das nötige Kleingeld ein Pferd kauft.

Händler zu besuchen ist nötig, um das Inventar zu leeren und etwas Gold zu verdienen, das man anfangs rasch wieder loswird – Reparaturen gehen zu Beginn ganz schön ins Geld! Gegen Gold kann man das anfangs auf 50 Plätze begrenzte Inventar erweitern. Eine Gewichts-Obergrenze gibt es nicht. Stapelbare Objekte wie Tränke oder Nahrung zählen als ein Gegenstand.

Gruppenkämpfe und Dungeons

Mitunter treffen Abenteurer auch auf besonders gefährliche Monstergruppen oder können Stadtbelagerungen beenden. Derlei Ereignisse sind ein wenig mit Fates aus Final Fantasy XIV vergleichbar und erfordern für den erfolgreichen Abschluss meist eine Gruppe. Auch bestimmte Dungeons lassen sich nur mit einer klug aus Angreifern, Verteidigern und Heilern zusammengestellten Gruppe bewältigen. Sind keine Freunde zur Stelle, kann man über das Gruppen-Werkzeug nach Mitstreitern suchen – es sind kleine 4-köpfige oder große Gruppen von bis zu 24 Spielern vorgesehen.

Elder Scrolls Online - Group Search

Spieler können eine kleine vierköpfige oder eine große 24-köpfige Gruppe suchen.

Die ersten Dungeons stellten im Testspiel noch kein Problem dar, allerdings legt der Schwierigkeitsgrad ab Stufe zehn kräftig zu. Nicht immer ist aus der Questbeschreibung ersichtlich, dass für eine Aufgabe eine Gruppe vorgesehen ist. Ich habe es aber recht schnell mit Blutzoll herausgefunden.

Elder Scrolls Online - Traps

Boden- und Feuerfallen sorgen für etwas Abwechslung in den Dungeons.

Dungeons sind vergleichsweise klar aufgebaut. Man bewegt sich durch schlauchartige Gänge und erledigt vorgegebene, klar markierte Aufgaben. Es gibt einige Verliese mit Fallen und Abkürzungen, aber die Anfänger-Dungeons sind leicht durchschaubar. Zum Ziel laufen, Gegner töten, Dungeon verlassen.

Bereits die ersten Dungeons efordern in Final Fantasy XIV etwas mehr Überlegung und Taktik. Action gegen Strategie – Geschmacksache. Ich habe während der Beta den Eindruck gewonnen, dass Elder Scrolls Online mehr Wert auf Erkundung der Umgebung als Kerkerspiele legt.

Altes Rezept: Aufteilung in Schwierigkeits-Zonen

Je weiter man sich vom Startbereich entfernt, desto stärker werden die Gegner. Damit folgt Elder Scrolls Online den üblichen MMORPG-Gepflogenheiten. Sofern Hersteller Zenimax Online kein Gegenmittel findet, dürfte auch die Entwicklung dieselbe sein wie in den meisten Spielen dieser Art: Belagern anfangs Spieler kleiner Stufe diesen Startbereich, entwickelt sich dieses Gebiet im späteren Spielverlauf zu einer einsamen Geisterzone, während die levelstarken Endzonen überfüllt sind. Eine solche Schieflage wird nicht zuletzt zur Nagelprobe der Server von Elder Scrolls Online.

Crafting und Verbesserungen

Rollenspieler möchten mehr als nur kämpfen. Mir geht es nicht anders. In einer Pause zwischen Dungeons oder Raids kann es mal ganz entspannend sein, die Angel auszuwerfen oder eine Rüstung zu bauen. Elder Scrolls Online unterstützt Crafting.

Die Crafting-Formel ist ähnlich simpel wie in Skyrim: Man sammelt die benötigten Zutaten und bedient ein stationäres Werkzeug, etwa Amboss oder Kochtopf. Auch das Fischen funktioniert ähnlich. An vorgesehenen Stellen kann man eine Angel packen, mit einem Köder ausstatten und loslegen.

Es ist nicht möglich wie in Final Fantasy XIV sein eigenes Crafting-Werkzeug zu fertigen und an jeder beliebigen Stelle loszulegen. Ein weiterer Unterschied sind die Rezepte, die in Elder Scrolls Online zunächst aufzutreiben sind und sich nicht automatisch mit wachsender Erfahrung freischalten.

Elder Scrolls Online - Trade

Über ein Kreismenü kann man mit Mitspielern interagieren, sie etwa in die Gruppe oder zum Tausch einladen.

Waffen lassen sich um magische Eigenschaften aufwerten, indem man passende Objekte findet und per Rechtsklick an die Waffe montiert. Hat ein Freund die erforderlichen Zutaten, kann man theoretisch mit ihm tauschen. In der Beta funktionierte der Tausch allerdings noch nicht.

Kampfsystem

Elder Scrolls Online setzt auf spezialisierte Klassen. Zu Beginn legt man bei der Charaktererstellung auch die kämpferische Ausrichtung fest und schaltet im Spiel dazu passende Fertigkeiten frei. Zwar ist es möglich, jede beliebige Waffe zu schwingen und zu trainieren. Auch kann man beliebige Rüstung anlegen. Aber die speziellen mächtigen Fertigkeiten lassen sich nicht nachrüsten.

Dennoch hat man durch das aus Skyrim bekannte Kampfsystem einige Freiräume. Trainiert man beispielsweise neben dem Bogen auch Langschwerter, kann man ab Level 15 zwischen beiden Waffen wechseln und so flexibel auf Fern- und Nahkampfsituationen reagieren.

Qual der Wahl und eine entscheidende Einschränkung im Vergleich mit Skyrim ist die Verteilung der Fertigkeiten auf die Schnellleiste. Ich musste mich auf fünf Fertigkeiten beschränken. Hinzu kommt eine besonders mächtige Attacke, die man allerdings nur selten einsetzen kann und mit getöteten Feinden auflädt.

Besonders Magier tun sich mit der Wahl ihrer Skills schwer. Das gilt umso mehr, wenn sie Angriffs- und Heilzauber verwenden möchten. Immerhin kann man Fertigkeiten nach etwas Training verschmelzen. Man verbindet auf diese Weise zwar nicht vorhandene Skills, fügt aber neue Eigenschaften hinzu oder macht vorhandene Skills stärker. Das macht einige schwächere Skills entbehrlich und sorgt für eine Bereinigung der Aktionsleiste.

Elder Scrolls Online - Ghosts

Nicht alle Geister sind dem Spieler in Elder Scrolls Online feindlich gesonnen.

Wie in Skyrim sammelt man für erlegte Gegner und absolvierte Quests Erfahrungspunkte, die irgendwann zum Levelaufstieg führen. Man erhält Punkte, die man in Gesundheit, Ausdauer und Mana sowie neue Fertigkeiten stecken kann. Darüber hinaus verbessert der Spieler seine Kampffähigkeiten, indem er Zaubersprüche, Waffen und Ausrüstung verwendet.

Der Kampf selbst unterscheidet sich von den meisten Rollenspielen deutlich. Man markiert keine Feinde und wendet eine Aktion an, wie es bei World of Warcraft oder Final Fantasy XIV der Fall ist. Stattdessen richtet man die Kamera wahlweise aus der Ego- oder Verfolger-Perspektive auf den Gegner aus, zielt mit dem Fadenkreuz und startet einen Angriff. Das können Basisattacken mit der linken Maustaste sein oder spezielle Fertigkeiten. Fertigkeiten verbrauchen Mana oder Ausdauer und können deshalb nur begrenzt verwendet werden.

Elder Scrolls Online - AOE-Attacks

Flächenangriffe hebt Elder Scrolls Online rot hervor.

Feindliche Angriffe kann man mit der rechten Maustaste blocken. Gelingt ein guter Block, wirft man etwas Schaden auf den Angreifer zurück und er wird kurz kampfunfähig. Manche Angriffe zielen nicht auf eine Person, sondern eine Fläche. Rote Kreise oder Flächen markieren den Einschlagbereich, aus dem man sich rasch heraus bewegen sollte.

Manche Klassen erlauben auch das Beschwören von Familiaren. Diese Begleiter unterstützen den Spieler im Kampf, indem sie Feinde ablenken oder selbst Schaden austeilen.

Elder Scrolls Online - Fighting Familiar

Begleiter sind im Kampf sehr nützlich.

Altersfreigabe und Niedlichkeit

Im Gegensatz zu World of Warcraft, Final Fantasy XIV oder Guild Wars 2 erhält Elder Scrolls Online eine vergleichsweise hohe Alterseinstufung. In Deutschland und Europa ist das Spiel ab 16 freigegeben, während die meisten Konkurrenz-Spiele eine Einstufung ab 12 haben.

Es ist schwer einzuschätzen, woran das liegt. Elder Scrolls Online wirkt nicht gewalttätiger oder freizügiger als die Konkurrenz. Die Story ist etwas düsterer und den Figuren fehlt die Niedlichkeit von World of Warcraft und noch mehr Final Fantasy XIV.

Die Charaktere schauen etwas grimmiger drein. Emotes sind in den Menüs nirgends verankert. Folglich fehlten während des Tests übliche Szenen zwischen sich herzenden, anstupsenden und posierenden Spielern. Wer die einschlägigen Textkommandos wie wave, cheer oder laugh kennt oder ausprobiert, kann seine Figur dennoch winken und jubeln lassen.

Pracht-Grafik, aber hakelige Animationen

Skyrim-Vielspieler haben sich an den monoton gestalteten Dungeons gestört. Elder Scrolls Online bietet hier durchaus Abwechslung und lässt die Höhlen durch unterschiedliche Beleuchtung, Nebel und Texturen etwas vielfältiger erscheinen.

Noch besser sind die detailfreudigen Dörfer und Landschaften herausgeputzt. Auch die Charaktere können sich von Nahem sehen lassen. Weniger überzeugen allerdings die Animationen, so dass man besser nicht in die Verfolgeransicht seiner Spielfigur wechselt.

Grafisch kaum Unterschiede zwischen Mac und Windows (für Vergrößerung auf das Bild klicken)

Im Vergleich von Windows und Mac ließen sich in der Beta auf höchster Detailstufe keine nennenswerten Unterschiede ausmachen. Allerdings sollte man über einen besonders flotten Mac verfügen, um aus den hübschen Bildern flüssige Bewegungen zu machen.

Musik und Dialoge

Sehr gut gefiel mir die Hintergrundmusik. Das gesamte Spiel über ist in jedem Gebiet Musik von hoher Qualität zu hören, die sich atmosphärisch der jeweiligen Spielsituation gut anpasst. Das ist eine wohltuende Abwechslung zu Final Fantasy XIV, wo Musik in bestimmten Gebieten gar nicht spielt.

Hinzu kommt eine vollständige Vertonung sämtlicher Dialoge. Selbst in kleinen Quests tragen die NPCs ihr Anliegen mit gesprochenem Text vor. Eine solche Dichte kennt man nur von Star Wars The Old Republic. Qualitatitv liegen die Sprecher in der englischen Version auf sehr hohem Niveau. Die deutsche Version habe ich nicht getestet.

Nur ein Megaserver für (fast) alle Spieler!

Ehe Elder Scrolls Online zum ersten Mal startet, fällt gleich etwas auf. Es gibt nur einen Server. Es entfällt die Wahl zwischen dutzenden Realms wie Blackrock, Darkspear oder Dath’Remar in World of Warcraft oder zwischen klangvollen Servern wie Balmung, Excalibur, Gilgamesh oder vielen anderen in Final Fantasy XIV. Zenimax Online nennt dieses Konzept Megaserver. Das Gute an den Megaservern: Sie verbinden Freunde, statt sie zu trennen. Für das soziale Gefüge in einem Online-Rollenspiel ist das ein gewichtiger Vorteil.

Auf diesen Megaservern treffen sich sämtliche Spieler, naja fast. Windows- und Mac-Zocker teilen sich ihren Server, während Konsolenspieler für Playstation 4 und Xbox One jeweils einen eigenen Server bekommen. Darüber hinaus plant Zenimax Online regionale Server für die USA und Europa, um Verbindungs- und Latenzprobleme zu senken.

Fazit: Wie Skyrim light plus Multiplayer

Elder Scrolls Online fühlt sich an wie ein abgespecktes Skyrim – erwachsen und ausgereift, aber etwas herz- und lieblos. Das Kampfsystem gleicht Skyrim, ist durch die Beschränkung der Skills aber stark vereinfacht. Auf die Dauer kann das zu Langeweile führen, sofern taktische Finessen im Multiplayer nicht einen gewissen Ausgleich schaffen. Dazu lässt sich aufgrund der kurzen Spielzeit noch keine Prognose anstellen.

Im direkten Vergleich zur Online-Rollenspiel-Konkurrenz sorgt genau dieses Kampfsystem für eine wohltuende Abwechslung. Dasselbe gilt für den Fokus auf nur einen (Mega-) Server, auf dem sich alle Spieler treffen.

Für mich bleiben drei spannende Fragen offen, die mit Blick auf die Konkurrenz über Erfolg und Misserfolg von Elder Scrolls Online entscheiden können:

  1. Wie belastbar sind die Megaserver im regulären Betrieb? Final Fantasy XIV zeigt selbst nach Monaten noch Schwächen und traktiert Spieler mit Lags und einem auf Latenzen schlecht abgestimmten Kampfsystem.
  2. Wie ausgewogen ist das Kampfsystem? Ein gutes Kampfsystem eines Online-Rollenspiels ist gut ausbalanziert und verzeiht Schwankungen in der Latenz. Das ist ein kritischer Punkt, der sich erst unter realen Bedingungen testen lässt.
  3. Ist der Player-versus-Player-Modus (PvP) gut ausbalanziert und fügt er sich sinnvoll in das Spiel ein? Das ist eine Frage, die wir vielleicht nächste Woche nach dem nächsten Betatest beantworten können.

Elder Scrolls Online erscheint am 4. April 2014 für Windows und Mac. Die Konsolenversion für Xbox One und Playstation 4 folgt im Juni 2014.

Alternativen zu Elder Scrolls Online: World of Warcraft, Final Fantasy XIV, Star Wars The Old Republic, Guild Wars 2