Truecrypt-Alternative BitLocker: Festplatten mit Windows-Bordmitteln verschlüsseln

Die beliebte Verschlüsselungssoftware TrueCrypt wird nicht mehr weiterentwickelt und Nutzer müssen sich nach Alternativen umsehen. Um unter Windows 8 Pro USB-Sticks und andere Datenträger zu verschlüsseln, empfiehlt sich die Windows-Funktion BitLocker als Ersatz.

In den Ultimate und Enterprise Editionen von Windows Vista und Windows 7 sowie in Window 8 Pro oder Windows 8 Enterprise gehört die Verschlüsselungsfunktion BitLocker zum Systemumfang. Wenn Sie eine Standardversion von Windows haben, können Sie diese ohne Neuinstallation auf Windows 8 Pro upgraden. Um BitLocker dann zu aktivieren sind nur wenige Schritte nötig. Alternativ können Sie auch verschlüsselte ZIP-Dateien zur sicheren und unkomplizierten Datenablage bestimmter Dateien nutzen.

Wie sie das komplette Windows-System mit BitLocker verschlüsseln, lesen sie in diesem Tutorial.

1. BitLocker für Datenträger auswählen

Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol des zu verschlüsselnden Laufwerks und dann auf BitLocker aktivieren.

2. Sicheres Passwort eingeben

Im nächsten Fenster aktivieren Sie den Passwortschutz für das später verschlüsselte Laufwerk. Nur durch Eingabe dieses Passworts kommen Sie dann noch an Ihre Daten. Wählen Sie ein nicht zu kurzes Kennwort mit einer Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Werfen Sie am Besten kurz einen Blick auf unsere Passwort-Tipps.

3. Notfall-Schlüssel zur Wiederherstellung speichern

Im nächsten Schritt erstellen Sie einen Rettungs-Schlüssel. Falls Sie später das Passwort vergessen oder verlieren hilft nur noch dieser Notfall-Code weiter. Wir empfehlen Ihnen diesen Schlüssel entweder als Datei oder auf Papier an einem sicheren Ort zu archivieren.

Bei dem Notfall-Schlüssel handelt es sich um eine einfache Textdatei mit zwei längeren Codes.

4. Verschlüsselung starten

Im nächsten Schritt starten Sie die Verschlüsselung der Daten. Für größtmögliche Sicherheit sollten Sie die zweite Option verwenden. Die erste Option verschlüsselt nur aktuell genutzten Speicherplatz. Datenreste von gelöschten Dateien bleiben dadurch unberücksichtigt und könnten mit spezieller Software ausgelesen werden. Die zweite Prozedur dauert zwar etwas länger, aber Sie müssen die Aktion ja nur einmal durchführen.

Nach der Auswahl der gewünschten Option startet der Verschlüsselungsvorgang.

Eine Balkengrafik informiert über den Fortschritt.

5. Laufwerk bei Bedarf entsperren

Der Zugriff auf die Festplatte ist nach der Verschlüsselung nach jedem Rechner-Neustart gesperrt. Erst nach der Passworteingabe können Sie die Festplatte nutzen. Eine gesperrte Festplatte zeigt Windows mit einem verriegelten Schloss-Symbol an.

Wichtig: Auch an anderen Rechnern oder mit einem Linux-System kann niemand einfach so auf Ihre Daten zugreifen. Berücksichtigen Sie diesen Aspekt bei Wechseldatenträgern wie USB-Sticks.

Für momentan entsperrte, mit BitLocker verschlüsselte Datenträger nutzt Windows ein offenes Schloss-Symbol.

Mit diesen wenigen Schritten ist BitLocker eingerichtet. Achten Sie darauf, den Notfall-Code nicht zu verlieren. Wenn Sie das Passwort vergessen, können Sie Ihre Daten notfalls damit wieder entschlüsseln. Ansonsten sind die Dateien für immer verloren.

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Deutschland ist Weltmeister: Bei Privatsphäre und Datenschutz im Internet liegen die Deutschen vorn

Deutschland ist Weltmeister im Datenschutz. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des EMC Datenschutzindex. Verbraucher in 15 Ländern haben dabei Auskunft gegeben, wie wichtig ihnen der Datenschutz ist. 71 Prozent der Deutschen sind nicht bereit, aus Bequemlichkeit im Internet private Daten preiszugeben. Damit liegt Deutschland weltweit an der Spitze.

Als Datenschutzweltmeister wollen lediglich zwölf Prozent der Bevölkerung in Deutschland Abstriche beim Schutz von persönlichen Daten zugunsten von Komfort im Internet hinnehmen. Weltweit liegt die Quote bei 27 Prozent. Die Bereitschaft hängt auch davon ab, mit wem Nutzer interagieren, ob mit einer Behörde, sozialen Netzwerken oder einem Großhändler.Deutschland ist Weltmeister: Bei Datenschutz und Privatsphäre im Internet liegen die Deutschen vorn

Die Deutschen schätzen die Datenschutzkompetenz von Organisationen höher ein als die Ethik der jeweiligen Anbieter. Das Vertrauen in den Datenschutz ist dementsprechend niedrig: Die Hälfte der Bürger denkt, dass sich der Schutz ihrer Daten im letzten Jahr verschlechtert hat. Paradox ist: Obwohl bereits 42 Prozent der deutschen Verbraucher einmal ein Datenschutzproblem hatten, ergreifen nur die wenigsten davon entsprechende Maßnahmen, etwa zum Schutz ihrer Passwörter.

Die Infografik in voller Größe sowie weitere Details zur EMC-Datenschutzstudie stehen auf der Internetseite des EMC Datenschutzindex zur Einsicht.

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Quelle / Bild: EMC Datenschutzindex

Sprachassistentin Cortana, Deutschland ist Datenschutz-Weltmeister, Minecraft Server-Gebühren

Microsoft plant, die Sprachassistentin Cortana auch für andere Plattformen wie Android und iOS, Deutschland ist schon jetzt Weltmeister, und zwar beim Datenschutz im Internet und Mojang erlaubt ab sofort Gebühren für Minecraft-Server – der Nachrichtenüberblick.

  • Cortana für Android und iOS: Auf der SMX-Konferenz hat Microsoft Pläne zur Verbreitung der Sprachassistentin Cortana erläutert. Zusätzlich zum Start von Cortana in Europa und China hat das Unternehmen auch andere Plattformen im Visier und sieht durchaus die Möglichkeit, die Assistentin auch für Android und iOS anzubieten.
  • Datenschutz-Weltmeister Deutschland: Die Deutschen sind schon jetzt Weltmeister, zumindest im Datenschutz. Eine neue, weltweite Studie des EMC-Datenschutzindex zum Konsumentenverhalten zeigt: 71 Prozent der Deutschen sind nicht bereit, zugunsten von mehr Komfort auf Datenschutz und Privatsphäre im Internet zu verzichten.
  • Bundesregierung will Verschlüsselung vorschreiben: Das Verbraucherschutzministerium will den E-Mail-Providern in Deutschland eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vorschreiben. Gleichzeitig setzt sich die Regierung dafür ein, dass die EU-Datenschutzverordnung die Maßnahme zur Auflage erhebt.

Updates

  • Facebook Messenger für iOS: Facebook fügt dem Facebook Messenger für iOS weitere Snapchat-Funktionen hinzu. Nach dem Button zum schnellen Teilen von Selfies können Nutzer jetzt kurze Videos sofort verschicken und empfangen.
  • Android 5.0 Screenshot-Leak: Google hat in einem Tweet Screenshots geteilt, auf denen vermeintlich Android 5.0 oder Android 4.5 zu sehen ist. Auf weiteren geleakten Bildern zeigt sich die neue Benutzeroberfläche für Gmail, Google Kalender und Maps mit einheitlich flachem Design.
  • Google Now Kalender-Einträge: Google fügt Google Now eine neue Funktion hinzu und sammelt dazu Informationen aus Gmail. Wie bei den Erinnerungen an anstehende Flüge macht Google Now Vorschläge für Kalender-Einträge auf Grundlage von Terminen in E-Mails.
  • Windows Phone 8.1 Beta 3: Die Entwickler-Vorschau von Windows Phone 8.1 hat ein drittes Update erhalten. Teil der kleinen Aktualisierung sind neue Programmierschnittstellen und Unterstützung für weitere Geräte.
  • Twitter für iOS: Passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2014 hat auch Twitter für iOS ein Update erhalten. Eine eigene World Cup Timeline fast alle relevanten Tweets zum Fußball-Ereignis des Jahres zusammen. Eigene Timelines für einzelne Teams sind geplant.

Spiele

  • Minecraft-Server zu Geld machen: Der Hersteller Mojang ändert eine grundlegende Regel für die Betreiber von Minecraft-Servern. Ab sofort dürfen diese Geld für ihr Angebot verlangen, sofern sie bestimmte Auflagen befolgen. Was Mojang explizit verbietet sind Vorkommnisse von Pay-to-Win, bei denen die Spieler durch Bezahlung einen Vorteil erlangen können.
  • Trials Frontier für iOS: Das kostenlose Arcade-Spiele Trials Frontier für iOS hat ein Update rund um neue Outfits erhalten. Spieler können jetzt in komplett neuer Montur Kunststücke auf einem Motocross-Rad vollführen und weitere Garnituren gewinnen und sammeln.

Tweet des Tages

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Facebook bietet einen Check der Privatsphäre-Einstellungen und ändert das Teilen von Inhalten

Facebook ändert die Einstellungen zur Privatsphäre und bietet gleichzeitig eine Möglichkeit zur Überprüfung. Damit soll es für Nutzer des sozialen Netzwerkes leichter werden zu verstehen, wer welche geteilten Inhalte zu sehen bekommt. Mit einem neuen Standard will Facebook außerdem verhindern, dass neue Nutzer Inhalte aus Versehen öffentlich teilen anstatt nur mit Freunden.

Einfache Bedienung

Facebook stellt die Verständlichkeit und einfache Bedienung in den Mittelpunkt der überarbeiteten Privatsphäre-Einstellungen. Ein niedlicher blauer Dinosaurier soll Nutzern zu verstehen geben, dass es gar nicht so kompliziert ist und begleitet durch die entsprechenden Schritte zur Anpassung der Optionen.Facebook bietet einen Check der Privatsphäre-Einstellungen und ändert das Teilen von Inhalten

Für neue Nutzer legt Facebook einen neuen Standard fest: Das soziale Netzwerk stellt die Sichtbarkeit der Status-Updates automatisch auf nur Freunde. Dadurch will Facebook das versehentliche, öffentliche Teilen von Inhalten verhindern. Alle anderen Einstellungen zur Privatsphäre bleiben nach Aussage von Facebook unverändert.Facebook bietet einen Check der Privatsphäre-Einstellungen und ändert das Teilen von Inhalten

Weitere Kontrollmöglichkeiten

Auf der Entwicklerkonferenz f8 2014 in San Francisco hat Facebook weitere Möglichkeiten zur Kontrolle der Privatsphäre vorgestellt. Mit Anonymous Login und einer überarbeiteten Version der Facebook-Login-Möglichkeit können Anwendern genau festlegen, auf welche Nutzerdaten die Apps von Drittanbietern zugreifen können.

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Quelle / Bilder: Facebook

Cyberkriminalität: Mit dem Identity Leak Checker können Nutzer den Online-Identitätsdiebstahl abfragen

Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam bietet mit dem Identity Leak Checker eine Möglichkeit, das Ausspionieren von Identitätsdaten festzustellen. Durch Eingabe einer E-Mail-Adresse können Anwender überprüfen, ob persönliche Daten im Zusammenhang mit der Adresse im Internet im Umlauf sind. Ein Verschleierungsverfahren und weitere Schritte verhindern den Missbrauch des Tools.

Cyberkriminalität und frei verfügbare Datenquellen

Durch das Ausspähen mit Schadsoftware und andere Methoden gelangen Kriminelle täglich in den Besitz von persönlichen Identitäts- und Zugangsdaten. Diese werden im Internet zum Beispiel in Hackerforen veröffentlicht oder sogar verkauft. Das Hasso-Plattner-Institut hat Daten aus frei zugänglichen Quellen aus dem Internet zusammengetragen. Dazu zählen Foren, soziale Netzwerke, Leak-Seiten und sogenannte Paste-Seiten, die das einfache Teilen großer Mengen von Text erlauben.

Identity Leak Checker Domains ScreenshotVerteilung der in Leaks erfassten Domains des Hasso-Plattner-Instituts.

So funktioniert der Identity Leak Checker

Anwender geben auf der Internetseite des Identity Leak Checker ihre E-Mail-Adresse ein. Das Tool gleicht diese mit den zusammengetragenen Daten ab. Dabei wird überprüft, ob die Adresse mit anderen persönlichen Informationen wie Telefonnummer, Geburtsdatum, Anschrift oder Zahlungsdaten im Internet verfügbar und damit für Missbrauch anfällig ist. Der Identitätsdiebstahl-Check funktioniert ähnlich dem Sicherheitstest des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Nur bei einem Treffer erhalten Anwender eine Nachricht mit einer Auflistung.

Gegen Missbrauch geschützt

Nach Angaben des Hasso-Plattner-Instituts ist der kostenlose Dienst gegen Missbrauch geschützt. Zunächst verhindert ein CAPTCHA-Feld automatisierte Abfragen. Bei einem Treffer finden sich in der Antwort keine Detailangaben, also keine Passwörter oder Ähnliches. Dadurch wird die Abfrage mit einer bereits gehackten E-Mail-Adresse für den Täter wertlos. Die Datenbank der Abfrage enthält nur minimale Information, um sie nicht selbst zum begehrten Ziel für Angriffe zu machen. Außerdem kommt bei der Abfrage eine Verschleierung zum Einsatz, der Dienst zeigt E-Mail-Adressen nur verschlüsselt an.

Der Identity Leak Checker steht auf der Seite des Hasso-Plattner-Instituts kostenlos zur Verfügung. Eine Überprüfung ohne Ergebnis schließt jedoch nicht aus, dass persönliche Daten nicht doch im Internet kursieren.

E-Mail-Adressen, andere Konten und Passwörter sind für Cyberkriminelle eine begehrte Ware: Beim bisher größten Fall von Datendiebstahl haben Fahnder 18 Millionen E-Mail-Passwörter ausfindig gemacht.

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Quelle: Hasso-Plattner-Institut

Freund oder Feind: Mehr Facebook-Sicherheit mit der kostenlosen App von Kaspersky Lab

Kaspersky Lab stellt Facebook-Nutzern eine kostenlose Web-App mit dem Titel Freund oder Feind zur Verfügung. Die App analysiert und bewertet das eigene Freunde- und Bekannten-Netzwerk und deren Aktivitäten auf Facebook. Außerdem will Kaspersky mit Tipps zum sicheren Umgang zeigen, wie persönliche Informationen auch privat bleiben.

Der Softwarehersteller Kaspersky Lab reagiert mit Freund oder Feind nach eigener Aussage auf die steigende Cyberkriminalität im Zusammenhang mit dem sozialen Netzwerk. Persönliche Informationen und Zugangsdaten sind für Kriminelle von Interesse, um das Ausspähen von weiteren Daten wie zum Beispiel Details zum Online-Banking zu ermöglichen. Laut Kaspersky Lab haben rund 80 Prozent aller Phishing-Angriffe auf sozialen Medien Facebook als Ziel.Kaspersky Lab: Freund oder Feind

So funktioniert die App Freund oder Feind

Freund oder Feind sammelt Informationen über Facebook-Aktivitäten, zum Beispiel die Anzahl der geteilten Fotos und Inhalte eines Mitgliedes, die Anzahl der Likes und weitere Statistiken. Dadurch soll Anwendern ersichtlich werden, wem sie vertrauen können – und wem nicht. Zu den weiteren Sicherheitsfunktionenn der App zählen:

  • Überprüfung von Fotos: Nutzer können sich anzeigen lassen, auf welchen Bildern sie markiert sind, um sich gegebenenfalls auszutragen.
  • Check-Ins: Diese Funktion zeigt nicht freigegebene Check-Ins und erlaubt auf Wunsch das Löschen dieser.
  • Verknüpfte Apps: Freund oder Feind zeigt die bisher verwendeten Apps und erlaubt das Überprüfen und Entfernen von Zugriffsrechten der verknüpften Facebook-Anwendungen.
  • Facebook-Suche: Mit dieser Funktion können Anwender Facebook-Suchergebnisse ausblenden oder löschen lassen.

Kaspersky Lab: Freund oder Feind Fehlermeldung

Noch in der Beta-Phase

Kaspersky Lab will die Web-App Freund oder Feind nach eigener Aussage abhängig vom Anwender-Feedback ausbauen und weiterentwickeln. Mehre Sprachen stehen zur Auswahl, die deutsche Version findet sich auf der Internetseite von Kaspersky Lab. Unsere Testversuche von Freund oder Feind scheiterten bisher aber an einer Fehlermeldung.

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Quelle / Bilder: Kaspersky Lab

ProtonMail: Der Schweizer E-Mail-Anbieter mit Verschlüsselung startet in die offene Beta-Phase

ProtonMail ist ein Schweizer E-Mail-Anbieter, der vergangene Woche mit einer für jeden offenen Beta-Phase gestartet ist. ProtonMail legt großen Wert auf Sicherheit und Privatsphäre und bietet Verschlüsselung an. Eine nahezu überwältigende Resonanz auf das Angebot hat in der Vergangenheit zu Serverproblemen geführt. Jetzt erweitert der Provider seine Kapazitäten, eine Anmeldung ist weiterhin möglich.

Die große Nachfrage beim Start von ProtonMail überstieg die Kapazitäten

Beim Start von ProtonMail am 16. Mai 2014 gingen die Server nach 60 Stunden in die Knie. Die Betreiber zeigten sich angesichts dieser Nachfrage überrascht, eigentlich gingen sie davon aus, erst in einem Monat die Server ausbauen zu müssen. Der Ansturm zeigt aber, wie wichtig vielen Anwendern ein E-Mail-Anbieter ist, der die Themen Sicherheit und Privatsphäre in den Vordergrund stellt.

Schweizer Kernforscher entwickeln ProtonMail

Wissenschafter der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN haben ProtonMail im Sommer 2013 gegründet. ProtonMail wird am CERN in Zusammenarbeit mit dem MIT entwickelt und ist in Genf in der Schweiz zu Hause. Als E-Mail-Anbieter will ProtonMail eine sichere und gleichzeitig einfache Lösung bieten, die keine Software-Installation erfordert und Verschlüsselung für jeden zugänglich macht.

Dank des sogenannten Responsive Designs ist keine App erforderlich, weder auf Deskop-Rechnern noch auf mobilen Geräten. Anwender rufen die Internetseite im Browser auf, die Benutzeroberfläche passt sich an die Bildschirmgröße an. Folglich gibt es auch keine Möglichkeit, über eine Anwendung Schadsoftware einzuschleusen oder Nutzerdaten auszuspähen.ProtonMail Screenshot

Sicherheit und Privatsphäre

ProtonMail ergreift umfassende Maßnahmen, um Nutzern Sicherheit, Privatsphäre und Verschlüsselung zu bieten. Der Anbieter hat eine ausführliche Liste der sicherheitsrelevanten Details zusammengefasst. Hier die wichtigsten Merkmale im Überblick:

  • Schweizer Standort für ProtonMail: Lediglich das Schweizer Verfassungsgericht oder das Genfer Kantongericht kann den Anbieter zur Herausgabe von Daten zwingen. Die Betreiber haben ausführliche Informationen zum Standort Schweiz zusammengefasst.
  • Kein Zugang auf Nutzerdaten: Der Anbieter selbst hat keinen Zugang auf gespeicherte Daten und E-Mails, da diese verschlüsselt abgelegt werden. Zur Anmeldung sind daher zwei Passwörter erforderlich. Die Server befinden sich in Schweizer Daten-Zentren, die auch Banken-Server beheimaten.
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: Bei diesem Verfahren bleiben Nachrichten über den gesamten Transportweg verschlüsselt, vom Server bis zum Browser des Nutzers. Die Kommunikation  mit anderen E-Mail-Anbietern erfolgt ebenfalls verschlüsselt.
  • Anonymität: ProtonMail speichert keine IP-Adressen der Nutzer und kann Daten von Google Analytics nicht mit bestimmten Nutzerkonten in Verbindung setzen.
  • Nachrichten mit Selbstzerstörung: Auf Wunsch lässt sich eine Selbstzerstörung für E-Mails einstellen, sodass diese nach einer festgelegten Zeit beim Empfänger aus dem Postfach verschwinden. Eine Art Snapchat für E-Mail also.
  • Einfach zu benutzen: Sicherheitsmaßnahmen sind  nutzlos, wenn sie zu kompliziert für Anwender sind. ProtonMail legt von Anfang an Wert auf Benutzerfreundlichkeit, damit Anwender ohne Probleme von anderen Providern wechseln können.

ProtonMail Screenshot

ProtonMail geht auch in einem Blog-Beitrag ausführlich auf die Gefahren und Angriffe ein, vor denen der Anbieter schützen kann. Bis der Anbieter die Server-Kapazitäten erweitert hat, steht der Dienst nur bereits registrierten Nutzern zur Verfügung. Die Reservierung eines Nutzerkontos ist aber möglich. Das E-Mail-Angebot ist kostenlos, ProtonMail will sich über zusätzliche Premium-Funktionen finanzieren.

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Quelle / Bilder: ProtonMail

Facebook: Mit einem neuen Button zur Abfrage des Beziehungsstatus sammelt das Unternehmen weiter Daten

Facebook führt eine neue Funktion zur Abfrage von Nutzerdaten ein. Das soziale Netzwerk testet für einige Nutzer einen Button, mit dem sich der Beziehungsstatus von Freunden abfragen lässt. Unter Angabe eines Grundes können Freunde nach dem romantischen Verhältnis fragen. Facebook ist an der Antwort ebenso interessiert wie der Fragesteller.

Mit einem Button kann man Freunde im Namen von Facebook ausfragen

Der Befragte erhält eine Liste möglicher Antworten zur Auswahl. Es handelt sich also um eine indirekt Aufforderung des sozialen Netzwerkes, das Facebook-Profil mit Beziehungsinformationen anzureichern. Freunden beantwortet man die Frage vielleicht eher als einem Unternehmen, doch das Unternehmen Facebook liest natürlich mit.Facebook: ASK-Button zur Abfrage des Beziehungsstatus - Screenshot

Das Ausfragen an sich ist nicht neu

Wer sein Profil auf Facebook nur lückenhaft ausfüllt, erhält nicht nur vom Unternehmen selbst Aufforderungen zur Vervollständigung. Das soziale Netzwerk nutzt den Freundeskreis, um an weitere Informationen zu gelangen. In der Vergangenheit unternahm Facebook Versuche, Pseudonyme mithilfe andere Nutzer aufzudecken und echte E-Mail-Adressen abzufragen. Anfang des Jahres erklärte die PR-Abteilung, dass die Frage-Funktion anderen Nutzern zur Ermittlung von Informationen wie Beschäftigung oder E-Mail-Adresse dienen soll.

Neue Frage-Optionen

Jetzt hat Facebook mit dem Beziehungsstatus weitere Auswahlmöglichkeiten hinzugefügt: Zusätzliche Optionen sind der Arbeitsplatz, Wohnort und Schule. Nach Aussage von Facebook werden die Antworten zunächst fester Bestandteil des persönlichen Profils. Alle noch nicht eingegebenen Informationen eines Facebook-Mitgliedes können dessen Freunde anfordern. Die Einstellung, wer dann Zugriff auf welche Details hat, ist möglich. Ein explizites Verneinen bestimmter Informationen führt immerhin dazu, dass sich diese auch nicht mehr anfragen lassen.

Facebook testet den Frage-Button momentan mit ausgewählten Nutzern. Wann das soziale Netzwerk die Funktion für alle Nutzer einführt, ist derzeit nicht klar.

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Quelle / Screenshot: Busines Insider

Privacy Badger: EFF veröffentlicht Plugin gegen Internet-Überwachung

Die Electronic Frontier Foundation, kurz EFF, welche sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt, hat ein Chrome- und Firefox-Plugin veröffentlicht. Das Privacy Badger genannte Plugin hindert Webseiten daran, das eigene Surfverhalten zu tracken.

Der Beschreibung der EFF nach verhindert der Privacy Badger, dass Werbetreibende oder andere Datensammler unbemerkt überwachen, welche Seiten man im Internet besucht. Im Fokus stehen vor allem diejenigen, die über Cookies versuchen, den Nutzer über mehre Internetseiten hinaus zu verfolgen.

Automatische Blockade

Sollte ein Werbetreibender einen Überwachungversuch unternehmen, blockiert Privacy Badger automatisch jeden Versuch, zusätzliche Inhalte im Browser-Fenster zu laden. Für die Werbesysteme wäre es dann so, als ob der Nutzer einfach verschwinden würde.

Wie funktioniert der Privacy Badger?

Der Privacy Badger funktioniert ähnlich wie ein Werbeblocker, etwa Adblock Plus, geht aber darüber hinaus. Öffnet man eine Internetseite, so stammen nicht alle Inhalte von den Servern des Seitenbetreibers. Häufig werden Inhalte von anderen Teilen des Internets nachgeladen; darunter natürlich Werbung, aber auch andere Dienste wie ein Kommentar-System oder eine eingebundene Karte von Google Maps.

Das Privacy Badger-Plugin überwacht alle Aktivitäten einer Internetseite und merkt automatisch, welche Teile dieser Seite nicht von den Servern des Betreibers selbst sondern von einem Werbetreibenden oder einem sonstigen Drittanbieter kommen. Sobald ein solcher Inhalteanbieter versucht, den Nutzer über mehrere Seiten auf einmal zu verfolgen, blockiert Privacy Badger diese Inhalte.

Ampel-System für einfache Transparenz

Einmal installiert, zeigt der Privacy Badger in einem Ampel-System an, ob man überwacht wird. Grün bedeutet, dass Inhalte eines Drittanbieters auf der aktuellen Seite geladen wurden, aber dieser Anbieter noch nicht versucht hat, den Nutzer zu tracken. Gelb bedeutet, dass der Drittanbieter den Nutzer überwacht, dies aber für ein funktionierendes Internet notwendig ist. Als gelb angezeigte Anbieter stehen auf einer freigeschalteten Whitelist von Privacy Badger. Eine rote Farbe bedeutet, dass Privacy Badger das Tracken des Drittanbieters unterbunden hat.

Download

Privacy Badger befindet sich aktuell in der Alpha Phase. Man sollte also damit rechnen, dass das Programm noch Softwarefehler und andere Probleme hat.