Google erprobt laut eigenen Angaben in einer geschlossenen Beta für Android-Smartphones und -Tablets eine neue Backup-Funktion. Zum ersten Mal lässt sich dabei für jede einzelne App festlegen, ob ihr Backup aktiviert oder deaktiviert sein soll.
Mehr Kontrolle über App-Backups
In der Beta können Sie zum ersten Mal bestimmen, welche Apps überhaupt in die Gerätesicherung aufgenommen werden.
Bisher lief das meist so: Fast alles wurde automatisch gesichert. Mit der neuen Option lässt sich das pro App steuern, einzelne Anwendungen können also gezielt außen vor bleiben.
Gerade für Nutzer, die bestimmte Apps nicht in der Cloud haben möchten oder keine überflüssigen Daten mitsichern wollen, ist das spannend.
Auf den ersten Blick wirkt die Änderung klein. Für Android schließt sie aber eine Lücke , die schon länger auffällt.
Googles Backup-System unter Android war bislang eher grob gestrickt: an, aus oder weitgehend automatisch, aber ohne echte Feinsteuerung.
Vor allem im Vergleich zu Apples iCloud-Backup unter iOS kam seit Jahren Kritik auf. Viele Nutzer fanden, dass Backup und Wiederherstellung bei Google weniger transparent sind und sich teils schwerer nachvollziehen lassen.
So funktioniert Androids App-Backup bisher
Seit Android 6.0 sichert die Funktion „Auto Backup for Apps“ laut Google App-Daten automatisch in einem privaten Ordner im Google-Drive-Konto.
Pro App stehen dafür nach Angaben von Google bis zu 25 MB bereit. Dieser Speicherplatz wird laut Google nicht auf das reguläre Google-Drive-Kontingent angerechnet.
Als Standardsicherung ist das bequem. Der Haken war bisher nur klar: Sie konnten kaum beeinflussen, welche Apps überhaupt mitgesichert werden.
Manchen reichte das völlig aus. Andere empfanden genau das als unnötigen Kontrollverlust, etwa bei sensiblen Anwendungen oder bei Apps, deren Daten sich ohnehin schnell wieder herunterladen lassen.
Mehr Privatsphäre und weniger Datenmüll
Der größte Gewinn liegt bei Datenschutz und Übersicht.
Künftig lassen sich zum Beispiel Messenger, Gesundheits-Apps oder andere sensible Anwendungen gezielt aus der Sicherung herausnehmen. Das gibt Ihnen spürbar mehr Kontrolle über den eigenen digitalen Fußabdruck.
Dazu kommt der Sicherheitsaspekt: Auf Geräten mit Android 9 und neuer sind Backup-Daten laut Google per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Displaysperre des Geräts.
Bei älteren Geräten muss das Schutzniveau nicht zwingend gleich ausfallen.
Praktisch dürfte die Funktion ebenfalls etwas bringen, etwa weil weniger unnötige Backups anfallen und die Wiederherstellung beim Wechsel auf ein neues Gerät übersichtlicher wird.
Teil eines größeren Umbaus
Die neue App-Auswahl sieht nicht nach einer isolierten Änderung aus.
Google schraubt schon seit Längerem an den Android-Backups. Dazu gehört laut Google unter anderem auch das Sichern von Dateien aus dem Downloads-Ordner.
Hinzu kommen Berichte, nach denen Backup und Wiederherstellung auf neueren Google-Pixel-Geräten unter Android schneller und verlässlicher geworden sein sollen.
Offen ist allerdings weiter, wie viele Beta-Nutzer die Funktion tatsächlich schon zu sehen bekommen, wie viel Speicher sie im Alltag wirklich spart und wie Entwickler mit möglichen Problemen bei der Wiederherstellung umgehen, wenn Sie App-Backups gezielt abschalten.
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